Meinung : Platzecks Ohnmacht

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Für Brandenburger Verhältnisse ist es ein ungeheuerlicher Vorgang: Die eigenen Genossen haben Matthias Platzeck die Gefolgschaft verweigert. Sein Finanzminister droht mit Rücktritt, in der Koalition rumort es. Mit der Streichung des Weihnachtsgeldes für Beamte hat das nur oberflächlich zu tun: Es ist das Ergebnis von Missmanagement, Instinktlosigkeit und überstürzten Fehlentscheidungen Platzecks, die in SPD-Führungszirkeln gefällt und im Basta-Stil à la Gerhard Schröder dekretiert wurden – ob Privilegien für einen Genossen Ex-Minister oder die Neubesetzung der Rechnungshofspitze mit einer Parteisoldatin, die außerhalb der SPD von allen für zu leicht befunden wird. Es bleibt unerklärlich, wie Platzeck das alles passieren konnte. Wie er ohne Not aufs Spiel setzt, was seine Stärke war – Glaubwürdigkeit. Er war bislang übergreifende Autorität, Stabilitätspol im Land und Politik-Erklärer fürs Unpopuläre. Nun demontiert sich nach der CDU, die im Lager-Kampf um die Nachfolge Jörg Schönbohms erodiert, auch noch die sozialdemokratische Regierungspartei. Wohin das führen kann? In Brandenburg ist derzeit nichts unmöglich: Matthias Platzeck scheint die Macht zu entgleiten. thm

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