Meinung : Pokerrunden

-

Die Luft wird dünner für die Hardliner im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes. Der Plan, die Arbeitszeit der Beschäftigten nahezu flächendeckend auf 40 Stunden oder mehr auszuweiten, scheint nicht aufzugehen. 38,8 Stunden arbeiten die Hamburger in Zukunft pro Woche, auf rund 39 Stunden haben sich die Tarifpartner jetzt in Niedersachsen verständigt. Wer einen anstrengenden Job hat, darf sogar bei 38,5 Stunden bleiben. In Baden-Württemberg, wo das Schlichtungsverfahren angelaufen ist, werden sich Kommunen und Arbeitgeber kaum auf eine wesentlich andere Lösung verständigen. Und was bleibt der Union dann noch? Sie hat die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi auf Länderebene unter lautem Getöse scheitern lassen. Die Folge ist, dass die Tarifgemeinschaft deutscher Länder – und damit der Flächentarifvertrag – auf eine harte Belastungsprobe gestellt werden. Denn die SPD möchte den Konflikt beilegen, am liebsten noch vor den Landtagswahlen am übernächsten Wochenende. Das Kalkül der Unionsländer geht nur auf, wenn nach den Einigungen in den Kommunen der Streikdruck nachlässt – und so die Macht Verdis schwindet. Die CDU pokert hoch. brö

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben