Politischer Aschermittwoch bei der CSU : Seehofer und die Integration

Endlich nimmt sich Horst Seehofer des Riesenproblems der Integration in Bayern an: „Du bist einer von uns“, ruft er Freiherrn zu Guttenberg zu. Von solcher Generosität können die Zugewanderten im Freistaat nur träumen.

Sebastian Bickerich
Politischer Aschermittwoch bei der CSU: Unterstützungsjubel für Guttenberg. Foto: DAPD
Politischer Aschermittwoch bei der CSU: Unterstützungsjubel für Guttenberg.Foto: DAPD

Ob Hanseaten, Rheinländer oder Türken: Sie gehören nicht dazu, sie müssen jetzt Bayerisch, Pardon, Deutsch lernen, so soll es in die Verfassung, Zuwiderhandlungen werden womöglich mit Todesstrafe oder Überweisung in fränkische Speziallager bestraft. Doch da ist ein Problem: Ist Seehofers Sofort-Integrationsprogramm ein Plagiat? Die Idee, Probleme der Integration mit Verfassungssätzen zu lösen, schwebt schon seit Jahren über Deutschlands Biertische, vorgetragen wahlweise von „Bild“, Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder oder CDU-Politikern, die ganze Parteitage damit verbringen. Und haben wir die Argumentation nicht erst vor einigen Tagen noch einmal gehört, diesmal von ganz woanders her? Die eigene Sprache ist wichtig, sie muss als Kulturmerkmal besonders hervorgehoben werden, ehe man sich anderer Dinge annimmt – ach ja: Genau dies fordert seit Jahren einer, dessen Landessprache schon längst in der Verfassung steht: der Premier der Türkei Recep Tayyip Erdogan.

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