Polizisten in Berlin : Pflicht zur Hilfe

Es klingt wie eine Geschichte aus Schilda, doch sie kommt mitten aus Berlin. Hört man, was die Ermittler berichten, dann ist das Kontaktmobil der Polizei rund um den Alex wohl vor allem zur politischen Ehrenrettung von Innensenator Frank Henkel entstanden. Seht her, wir handeln – das sollte die Botschaft sein nach der Attacke auf Jonny K. Aber eine mobile Wache, die in der Woche gerade mal von halb zwei bis halb neun mit zwei Leuten besetzt ist, klingt eher nach ausgedehnter Kaffeezeit in der Kleinstadt, nicht nach weltoffener Metropole. Hätten sie sich strikt an ihre Anweisung gehalten, dann hätten die Beamten dem am Neptunbrunnen Zusammengeprügelten wohl gar nicht zur Hilfe kommen dürfen. Man kann von Glück sagen, dass sie Verstand vor Vorschrift gelten ließen. Auch, um jenen Couragierten beizustehen, die als Erste gegen die offenbar kräftigen Angreifer eingeschritten sind. Obwohl Ferien sind – oder gerade deshalb – sollte das Konzept des Kontaktmobils rasch überprüft und praxistauglich gemacht werden. Ein paar Polizisten zu Fuß unterwegs können einiges bewirken. Wenn sie dabei auch ein paar Touristen Auskunft geben, schadet das nicht. mue

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