PORTRÄT ANDREAS MECK MAHNMAL-ARCHITEKT: : „Meine Architektur ist unaufgeregt“

Jürgen Tietz

Als „kontemplativen Andachtsraum“ beschreibt der Architekt Andreas Meck seinen Entwurf für das „Ehrenmal für die getöteten Soldaten und zivilen Angehörigen der Bundeswehr“. Eigentlich wollte Verteidigungsminister Franz Josef Jung den siegreichen Wettbewerbsentwurf erst am 13. Juni der Öffentlichkeit vorstellen. Doch bereits jetzt laufen in Mecks Architekturbüro die Telefone heiß. Über Details seines Entwurfs hüllt sich der Architekt noch in Schweigen. Das „ist nicht anders als bei anderen Architekturwettbewerben“, sagt er. Nur ist bei diesem Projekt das öffentliche Interesse weit größer, als sonst, wenn es um Architektur geht.

Wer Mecks Bauten anschaut, spürt, dass es dem Münchner nicht um lärmende Entwürfe geht. „Meine Architektur ist unaufgeregt und liegt eher außerhalb der gängigen Moden. Sie lebt von den Materialien und von der Wirkung des Lichts.“ Das gilt auch für die Aussegnungshalle in München-Riem, mit der er im Jahr 2000 bekannt wurde. Es ist ein würdevoller Ort des Abschieds, der Raum gibt für innere Sammlung und Trauer. Die Ruhe der Architektur überträgt sich schnell auf den Besucher: Ein Baum, ein Wasserbecken, die Totenglocke – Meck braucht nicht viele Elemente, um einen stimmungsvollen Ort zu schaffen. Dabei gelingt es ihm, dem Alltäglichen das Besondere zu entlocken. Besonders wichtig ist für ihn das Licht, dessen Einfall den Charakter eines Raumes entscheidend prägt und eine sakrale Wirkung erzeugt.

Seit 1989 betreibt Meck sein eigenes Architekturbüro und hat seitdem immer wieder Wettbewerbe für kirchliche Bauten gewonnen. Derzeit entsteht nach seinem Entwurf ein Pfarrzentrum am Münchner Stadtrand. Doch egal, ob es sich um den Ausbau eines Dachgeschosses handelt oder um das Hörsaal- und Bibliotheksgebäude für die Bauhausuniversität in Weimar, Mecks Bauten kennzeichnet bei all ihrer vermeintlich einfachen Gestaltung ein gewollter Gegensatz aus ungewöhnlichen Materialien und sinnlicher Anmutung. „Ich setze meine Gestaltungsmittel ganz bewusst ein“, sagt er. Dabei sind Überraschungen eingeschlossen, wie etwa eine Wand aus geflochtenem Schilf in einem seiner jüngsten Bauten .

Noch wird über den Standort des Bundeswehrdenkmals gestritten. Gehört es an den Reichstag oder in den Bendlerblock? Unstrittig ist, dass mit Meck ein Architekt gefunden wurde, dessen Bauten sich auf das Wesentliche konzentrieren. Für ein Mahmmal muss das nicht falsch sein. Jürgen Tietz

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