PORTRÄT ANDREW CUOMO NEW YORKS GOUVERNEUR : Marihuana für die Kranken

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Immer mehr amerikanische Staaten lockern ihre Marihuana-Regeln: Jetzt zieht auch New York nach. Gouverneur Andrew Cuomo will die Droge ab sofort für den medizinischen Gebrauch freigeben, allerdings nur für Patienten mit Krebs und anderen schweren Krankheiten.

Zum Kiffer-Paradies wird New York damit nicht. Den Status hält Colorado, wo Marihuana seit Neujahr auch ohne ärztliches Attest im freien Verkauf ist. Am ersten Verkaufstag gab es lange Schlangen vor den neu eröffneten Coffeeshops, insgesamt wurden mehr als eine Million Dollar umgesetzt. Auch Kalifornien hat ausgesprochen liberale Gesetze: Im Goldstaat an der Pazifikküste ist Marihuana zwar auch nur für medizinische Zwecke freigegeben, allerdings genügt ein einfaches Rückenleiden, um an ein Attest zu gelangen – oft ist der Grund einfach vorgeschoben.

In New York werden vorerst nur zwanzig ausgewählte Krankenhäuser Marihuana ausgeben dürfen. Ein gewaltiger Schritt ist das dennoch, zumal New York bisher ein Bundesstaat mit ausgesprochen scharfen Drogengesetzen war. Allein in New York City wurden in den vergangenen zehn Jahren fast eine halbe Million Marihuana-Delikte bearbeitet – ein Milliarden- Aufwand, der linke Bürgerrechtler und rechte Fiskalkonservative gleichermaßen empört.

Der 56-jährige Cuomo, dessen Vater bereits New Yorker Gouverneur gewesen ist, macht damit zu einem interessanten Zeitpunkt Schlagzeilen. Im Laufe des neuen Jahres wird sich wohl ein Feld von Kandidaten finden, die 2016 Präsident Barack Obama beerben wollen. Andrew Cuomo gehört zum erweiterten Kandidatenkreis bei den Demokraten. Mit seinem liberalen Vorstoß könnte er bei der Basis Punkte sammeln. Die ist in der Region stark wie nie zuvor, wie jüngst die Wahl des Linksaußen Bill De Blasio zum Bürgermeister der Millionenstadt New York gezeigt hat.

Cuomo muss in diesem Umfeld dringend Profil zeigen, unter anderem um zu seinem Amtskollegen im benachbarten New Jersey aufschließen zu können. Der dortige Gouverneur Chris Christie, ein aufbrausender Republikaner mit sozial moderaten Vorstellungen, gilt als einer der Favoriten seiner Partei für den bevorstehenden Wahlkampf. Unter Christie ist medizinisches Marihuana in New Jersey legal, allerdings auch hier nur unter strengen Auflagen. So müssen Patienten etwa nachweisen, alle üblichen Behandlungsmethoden ausgereizt zu haben. Lars Halter

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