• PORTRÄT BARACK OBAMA US-PRÄSIDENT ALS STUDENT:: „Sie war weiß, dunkles Haar, grüne Augen“

PORTRÄT BARACK OBAMA US-PRÄSIDENT ALS STUDENT: : „Sie war weiß, dunkles Haar, grüne Augen“

von
Foto: dpa Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Wie viel verraten Schülerstreiche und erste Freundinnen über den Charakter eines Mannes? Fünf Monate vor der Wahl versuchen US-Medien, mehr Licht in Kindheit und Studienjahre der Präsidentschaftskandidaten zu bringen. Der Republikaner Mitt Romney muss erklären, ob er homophob und niederträchtig ist. Vor 47 Jahren, damals war er 18, überfiel er mit Freunden einen Mitschüler, der als schwul galt; sie hielten ihn am Boden, Romney schnitt ihm Strähnen seines gebleichten blonden Haares ab.

Über Barack Obama berichtet seine wohl erste enge Freundin, er sei 1984 in New York ein warmherziger junger Mann und genauer Beobachter gewesen, habe aber „wenig von sich preisgegeben“; stets sei „ein Schleier“, „eine Mauer“ geblieben. Infolge seiner komplizierten Familiengeschichte war er auf der Suche nach seiner Identität und fürchtete seelische Verletzungen. Sein Vater, ein Gaststudent aus Afrika, hatte die Familie verlassen, als Barack zwei Jahre alt war. Er wuchs teils bei seiner weißen Mutter und ihrem zweiten Mann in Indonesien auf, teils bei den weißen Großeltern auf Hawaii.

Obama hat seine Jahre in New York in der Autobiografie „Dreams from My Father“ beschrieben: der Abschluss des Grundstudiums an der Columbia University; erfolglose Versuche, Community Organizer zu werden; ein erster Job bei einer Beratungsfirma für Welthandel. In dem Buch bleibt seine Freundin namenlos. „Sie war weiß, hatte dunkles Haar und grün gesprenkelte Augen.“ David Maraniss von der „Washington Post“ hat sie gefunden: Genevieve Cook, Australierin, drei Jahre älter als Obama. Auch sie hatte als Kind in Indonesien gelebt: der Anknüpfungspunkt, als sie sich bei einer Weihnachtsparty 1983 kennenlernen.

Cooks Tagebuch ergänzt mit vielen Details und Facetten, was man bereits über Obama in New York wusste: eine Zeit der Askese, in der er viel liest, vom „Internationalisten“ zum „Amerikaner“ wird und sich für eine afroamerikanische Identität entscheidet. Dazu passte eine weiße Freundin auf Dauer nicht. Christoph von Marschall

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben