• PORTRÄT BARBARA MONHEIM STIFTUNGSGRÜNDERIN:: „Ich weiß, wie Ost- und Westeuropa denken“

PORTRÄT BARBARA MONHEIM STIFTUNGSGRÜNDERIN: : „Ich weiß, wie Ost- und Westeuropa denken“

Barbara Monheim präsentiert in Berlin die von ihr gegründete Stiftung BELA. Diese soll eine Plattform für die Begegnung von jungen europäischen Führungspersönlichkeiten bilden. Ein Porträt

Hermann Rudolph
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Foto: Thilo Rückeis

Sie stellt sich mit den lapidaren Worten vor: „Meine Geschichte ist die von Tausenden von Osteuropäern.“ Doch Barbara Monheim ist auch das Beispiel dafür, wie eine solche Geschichte die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Engagement wecken kann – weshalb sie am Donnerstagabend auch am Rednerpult im griechischen Saal des Neuen Museums steht. Die Familie wurde 1943 zur Flucht aus Galizien gezwungen, sie selbst entzog sich 1981 dem Kriegsrecht in Polen, wurde in Deutschland heimisch und ist seit Jahren eine unermüdlich Vermittlerin – zwischen Deutschen und Polen, West und Ost. Der Aufbau eines Heims für Straßenkinder in Kiew galt ihre Arbeit in den letzten Jahren. Nun präsentiert sie die von ihr gegründete BELA-Stiftung in Berlin.

BELA ist die Abkürzung für Broader European Leadership Agenda. Die Stiftung, mitgegründet von dem Bankier Matthias Graf von Krockow, soll eine Plattform für die Begegnung von jungen europäischen Führungspersönlichkeiten bilden. Sie sieht im Zusammenwirken von begabten jungen Europäern den Schlüssel für die Zukunft der Gemeinschaft. Auch da spielt Barbara Monheims Geschichte mit: „Ich bin halb Osteuropäerin, halb Westeuropäerin, ich weiß, wie beide denken, was sie vereint und was sie verbindet.“

Die Gremien der Stiftung sind gut bestückt: Im Beirat sitzen der luxemburgische Premierminister Jean Claude Juncker und Hans- Gert Pöttering, der Präsident des EU-Parlaments, ihre aktive Mitarbeit haben Karl-Theodor zu Guttenberg, der neue Wirtschaftsminister, und der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff zugesagt, und zu den Unterstützern zählt Wolfgang Ischinger, Ex-Staatssekretär und Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz. Das nennt man gut vernetzt, und dafür spricht auch, dass kein Geringerer als José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Kommission, an diesem Abend die Hauptrolle spielte. Eben von der Bundeskanzlerin kommend, verteidigte er ungemein lebendig – „ich bin kein Pessimist, ich bin kein Optimist, ich bin ein Überzeugungstäter“ – Europa.

Barroso spricht von „einem besonderen Abend an einem besonderen Ort“. Denn offiziell eröffnet wird das Neue Museum erst am 5. März. Begrüßt von Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, können sich die Gäste gleichsam als Vorkoster künftigen Glanzes fühlen. Hermann Rudolph

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