PORTRÄT CARL ICAHN INVESTOR: : „Ich mache Geld mit natürlicher Dummheit“

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Sein Profilbild bei Twitter zeigt einen freundlich lächelnden, fast bescheiden wirkenden älteren Herrn. „Manche Leute werden reich, indem sie künstliche Intelligenz studieren. Ich mache Geld mit dem Studium natürlicher Dummheit“, hat Carl Icahn bei dem Kurznachrichtendienst als sein Motto angegeben. Und Carl Icahn hat viel Geld gemacht. Auf der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt steht er mit einem geschätzten Vermögen von 20 Milliarden Dollar auf Rang 26.

Dabei sind nicht Bescheidenheit und Freundlichkeit, sondern Aggressivität und Kampfeslust die Eigenschaften, mit denen Icahn reich geworden ist. Der gefürchtete Investor sucht Firmen, die er für unterbewertet hält, um sie zu zwingen, sich völlig neu aufzustellen oder Unternehmensteile zu verkaufen. „Carl Icahn als Aktionär zu haben, das ist als hätte man einen Tumor, der einen anbrüllt“, kommentierte der amerikanische Technikjournalist Ashlee Vance die Nachricht, dass Icahn Aktien des Computerkonzerns Apple gekauft hat.

Über Twitter hatte Icahn bekannt gegeben, dass er mit „einem großen Anteil“ bei Apple eingestiegen sei. Seither stieg die Aktie wieder auf mehr als 500 Dollar. Denn nun kaufen auch andere Aktionäre Apple-Papiere, weil sie hoffen, dass der 77-Jährige auch für sie etwas herausschlägt. Immerhin verfügt Apple unter anderem über einen Bargeldbestand von 147 Milliarden Dollar – und mit Tim Cook jetzt auch über einen Chef, der anders als sein Vorgänger Steve Jobs seine Aktionäre nicht ignoriert.

Icahn, 1936 geboren im New Yorker Stadtteil Queens, wuchs in einem Lehrerhaushalt auf. Anfang der 50er Jahre startete er seine Karriere als Optionshändler an der Wall Street. 1968 gründete er eine eigene Börsenhandelsfirma. Später investierte Icahn immer mehr in Unternehmen und begann, sich kräftig einzumischen. Heute ist er Chef von Icahn Enterprises, einer Holding, die in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig ist.

Seinen Ruf als Corporate Raider, als Unternehmensplünderer und Firmenjäger, erwarb er sich in den 80er Jahren, als er Unternehmen wie die US-Fluggesellschaft TWA aufkaufte, zerschlug und Teile davon wieder mit Gewinn verkaufte. Ganz so, wie es der Spekulant Gordon Gekko in dem Hollywood-Film „Wall Street“ tat, für den Icahn als Vorbild gedient haben soll. Neben Apple hat Icahn auch die Computerfirma Dell im Visier: Er will verhindern, dass Gründer Michael Dell den Konzern wieder übernimmt. Corinna Visser

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