• PORTRÄT CHRISTIAN UDE OBERBÜRGERMEISTER:: „Jetzt liefern wir ein zweijähriges Crescendo“

PORTRÄT CHRISTIAN UDE OBERBÜRGERMEISTER: : „Jetzt liefern wir ein zweijähriges Crescendo“

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Er ist nun schon mehrfach zum SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2013 ausgerufen worden. Zuerst von sich selbst, und die offizielle Kür ist erst auf dem Landesparteitag im Frühjahr. Aber Christian Ude, Münchens populärer SPD- Oberbürgermeister, tritt schon als Herausforderer von Horst Seehofer auf, etwa am Wochenende beim kleinen Parteitag der Bayern-SPD im fränkischen Treuchtlingen, als ihn die Genossen wieder einmal stehend beklatschten.

Der gebürtige Münchner, der Zeit seines Lebens zwischen seinem Heimatviertel Schwabing, dem Marienplatz und der SPD-Zentrale in der Nähe des Sendlinger Tores gependelt ist, steht nun vor der Herausforderung, das weitaus größere Bayern zu erobern. Der Jurist und Journalist ist durch und durch ein Großstädter, der sich gerne in den Glanz der Landeshauptstadt stellt, Kunst und Kultur schätzt, und aus dem es häufig regelrecht herauszusprühen scheint, dass für ihn München einfach die schönste Stadt der Welt ist. Seit 18 Jahren steht er an der Verwaltungsspitze.

Nun macht sich Ude, der am Mittwoch 64 Jahre alt wird, zur Bayern-Tour auf. Den Vorwurf, dass der Präsident des Städtetages von den ländlichen Regionen im Freistaat wenig Ahnung hat, kontert er mit der Feststellung: „Jeder bayerische Ministerpräsident kann nur aus einem Ort stammen.“ Unter der Woche ist er im Münchner Rathaus, aber an den verbleibenden knapp 100 Wochenenden lässt sich vieles erkunden im Freistaat.

Noch wurde er nachsichtig belächelt, als er Aschaffenburg von Unter- nach Oberfranken verschob und meinte, dass Bad Kötzting in Niederbayern statt in der Oberpfalz liege. Am kommenden Samstag besucht Ude auch den Freie- Wähler-Chef Hubert Aiwanger auf dessen Bauernhof. Die beiden sind sich noch nie begegnet, könnten aber Regierungspartner in einem künftigen Bündnis aus SPD, Grünen und Freien Wählern werden. Aiwanger wird in München immer wieder als hinterwäldlerisch verunglimpft. Nach der Wahl aber kann er sich womöglich zwischen einer Koalition mit Rot-Grün oder mit der CSU entscheiden.

Partnerschaft statt Herrschaftsallüren – auch da muss Ude noch dazulernen. Das Verhältnis zu den Grünen, denen er jüngst einen „Religionskrieg“ vorwarf, weil sie die umstrittene dritte Startbahn am Münchner Flughafen ablehnen, hat sich mittlerweile wieder entspannt. Nach gewonnener Wahl soll ein Bürgerentscheid Klarheit bringen. Patrick Guyton

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