Porträt : Die Macht von Robert Mugabe

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Südafrikas Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat ihn einst den Prototyp des afrikanischen Diktators genannt – einen in die eigene Macht verliebten Potentaten. Aber auch andere frühere Bewunderer vergleichen Simbabwes Staatschef, der sich bei den Wahlen wieder mit List und Tücke an die Macht gemogelt hat, inzwischen mit den schlimmsten afrikanischen Kleptokraten.

Seit Jahren lässt Robert Mugabe, wie auch jetzt wieder, Wahlen im großen Stil fälschen und benutzt dafür alle Mittel – von der Gleichschaltung der Medien und Gerichte bis zu Einschüchterung, Erpressung und Mord. Wie kein anderer hat er aber auch durch die willkürliche Enteignung und Vertreibung fast aller 4500 weißen Großfarmer den Rassenhass geschürt und sein eigenes Entwicklungsmodell mutwillig zerstört. Kein Wunder, dass Simbabwe nach der letzten, von Mugabe gewalttätig gewonnenen Wahl im Jahre 2008 mit Inflationsraten von 250 Millionen Prozent vor dem wirtschaftlichen Kollaps stand und nur durch eine dem Diktator damals von außen aufgezwungene Regierung der Nationalen Einheit vor dem Absturz ins Chaos bewahrt werden konnte. Gelernt hat er daraus nichts.

Für viele Afrikaner ist Mugabe dennoch ein Held. Obwohl der 89-Jährige, der zu seinem Machtantritt vor 33 Jahren von der Linken noch als Lichtgestalt gefeiert wurde, Simbabwe fast im Alleingang ruiniert hat, ist er für viele Schwarze immer noch der alte, heute vielleicht ein bisschen verrückte Freiheitskämpfer – ein Mann, der den Weißen die Stirn bietet und ihnen nun das von ihnen begangene Unrecht heimzahlt. Eine Art Anti-Mandela.

Immer deutlicher wird, dass nun wohl nur eine biologische Lösung Simbabwe vor dem Ruin retten kann. Seit Jahren kämpft Mugabe bereits mit Prostatakrebs, der inzwischen angeblich weit fortgeschritten ist. Regelmäßig fliegt er deshalb nach Singapur zur Bestrahlung. Doch selbst jetzt am Ende seines Lebens geht es Mugabe noch immer allein um die Macht. Der alte Mann kann sich ein Simbabwe, das von einem anderen als ihm regiert wird, partout nicht vorstellen. Selbst parteiintern gibt es deshalb bis heute keinen Kronprinzen. Nachdem er zuletzt mit seinem Erzfeind Morgan Tsvangirai vier Jahre lang zusammen regieren musste, erhält Mugabe die Macht nun ein letztes Mal – unverdünnt. Den Preis für diesen Machthunger zahlen sein potenziell so reiches Land und dessen 13 Millionen Menschen.

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