• PORTRÄT DIETER THOMAS HECK SHOWMASTER AUF ABRUF:: „Man muss hinter dem stehen, was man tut“

PORTRÄT DIETER THOMAS HECK SHOWMASTER AUF ABRUF: : „Man muss hinter dem stehen, was man tut“

Joachim Huber

Das ZDF verrentet Dieter Thomas Heck. Zu seinem 70. Geburtstag, er fällt auf den 29. Dezember, soll Sendeschluss sein für dieses Denkmal der Fernsehunterhaltung. Das ZDF meint nämlich, es habe ein Problem. Sein Zuschauer ist im Schnitt 61 Jahre alt. Also wird ein Schnitt gemacht, bei den Sendungen und bei den Protagonisten, die für verdächtig ältliches Show-Amüsement stehen.

Heck, der eigentlich Carl-Dieter Heckscher heißt und gebürtiger Flensburger ist, arbeitet beinahe so lange für das ZDF, wie der Sender selbst besteht. Das zweite Programm ging 1963 auf Sendung, Heck sechs Jahre später. Mit einem Format, das er 183 Mal und bis 1984 moderierte – der „ZDF-Hitparade“. Mit Deutschlands „Schnellsprecher Nummer eins“ etablierte sich die Hitparade als eine der wichtigsten Musiksendungen. Anfangs ein Dorado des deutschen Schlagers, betrieb Heck die Öffnung der Sendung für die Neue Deutsche Welle. Mit Formaten à la „ 4 gegen 4“, „Die Pyramide“, „Das große Los“ und Wohltätigkeits-Galas wie „Melodien für Millionen“ oder „Die Super-Hitparade“ machte sich Heck fürs Zweite unentbehrlich. „Man muss hinter dem stehen, was man macht“, sagt Heck, wissend, dass seine Glaubwürdigkeit sein (Spenden-)Kapital ist.

Wer unterhalten will, muss sich aufs Verkaufen verstehen. Heck tut es, in Hamburg absolvierte er eine Ausbildung bei der Borgward-Vertretung, verkaufte mehrere Jahre Autos. Er nahm Gesangsunterricht, um sein Stottern loszuwerden, er wurde Schlagersänger, Moderator bei Radio Luxemburg und Europawelle Saar, dann kam das ZDF. Heck selbst zu vermarkten, versteht seine Ehefrau und Managerin Ragnhild noch besser.

Einen Dieter Thomas Heck schickt man nicht einfach so vor die Sendertür, das riecht nach Ärger und Aufruhr. Also bietet das ZDF dem Schauspieler Heck Episodenrollen an. Er war schon Gast im „Tatort“, in der „Praxis Bülowbogen“ und er gab 1970, im „Millionenspiel“ von Wolfgang Menge, den Anti-Heck. Sein Thilo Uhlenhorst war ein sinistrer Spielleiter um Leben und Tod. So soll die Karriere des verdienten ZDF-Mitarbeiters nicht enden. Der Sender denkt mehr ans „Traumschiff“. Da könnte Heck eine Hitparade moderieren oder selbst zum Mikrofon greifen. „Hippe-di-hipp, mein Mädchen“, diesen Heck-Schlager von 1959 müsste das ZDF-Publikum noch kennen. Joachim Huber

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