• PORTRÄT DIETER BOHLEN AN DER SEITE VON GOTTSCHALK:: „Wir sind eigentlich unschlagbar“

PORTRÄT DIETER BOHLEN AN DER SEITE VON GOTTSCHALK: : „Wir sind eigentlich unschlagbar“

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Seit Freitag ist das neue „Dreamteam“ des deutschen Unterhaltungsfernsehens bei der Arbeit. Im Berliner Tempodrom werden die ersten Folgen der sechsten Staffel des RTL-Formates „Das Supertalent“ aufgezeichnet. 44 000 Deutsche sollen sich dafür beworben haben. An der Jury ist es nun, die Spreu vom Weizen zu trennen. Seit 2007 gibt es die Show, und seitdem ist Dieter Bohlen Juror. Für diese Staffel hat er neue Partner bekommen: Michelle Hunziker, die Bohlen „das Sahnehäubchen“ des Gremiums nennt, womit seine Vorstellung von den Frauen hinreichend beschrieben ist.

Rechts von Bohlen sitzt Thomas Gottschalk. Der ist mit seinem ARD-Irrtum „Gottschalk live“ aus der Erfolgskurve getragen worden. RTL hat am schnellsten reagiert, und den gestrauchelten Giganten für das „Supertalent“ rekrutiert. Dort waren die Quoten eingeknickt. Ist es da nicht die Fernsehidee des Jahres, den Ex-„Wetten, dass...?“-Matador mit dem RTLMaster zusammenzuspannen?

Zunächst hat der 58-jährige Bohlen auf den 62-jährigen Gottschalk zurückhaltend reagiert. In der RTL-Manege ist nur für einen Säbelzahntiger Platz. Was nach Zickenkrieg aussah, ist inzwischen offiziell einem gemeinsamen Ziel gewichen: das RTL-Format wieder nach vorne zu bringen und vor allem das reformierte und mit Markus Lanz neubesetzte „Wetten, dass..?“ in die Quotenschranken zu weisen. „Wir sind zusammen eigentlich unschlagbar“, tönte Bohlen vor der ersten Aufzeichnung der Show, die im Herbst anlaufen soll, für die RTL aber noch keine Sendetermine bekannt gegeben hat.

Gottschalk braucht Erfolg, Bohlen braucht Erfolg. Auch seine zweite RTL-Sendung, das Casting-Format „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), schwächelt. Das ist er nicht gewohnt. Der diplomierte Kaufmann kennt nur den Erfolg. Ob als Popmusiker und Komponist („Modern Talking“, „DSDS“), Buchautor („Nichts als die Wahrheit“) oder eisenharter Talent- und Castingjuror („Du singst wie ein Gartenzwerg auf Ecstasy“), der Inbegriff des Malle-Manns aus dem niedersächsischen Berne klimperte stets mit Millionen.

Je mehr Gottschalk das „Supertalent“ als Exzellenzinitiative begreift, desto brutaler wird Bohlen unter den Talentfreien holzen. Er ist der „bad guy“, der andere der „good guy“, Hunziker die Beauty dazwischen. Bohlen wäre nicht Bohlen, wenn er nicht auf Sieg spielte. In seiner Jury sitzen zwei Supertalente und ein Superprofi. Joachim Huber

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