PORTRÄT : Dirk Jens Nonnenmacher: „2011 ist die HSH wieder fit“

Der Chef der HSH Nordbank ließ sich erst eine "Halteprämie" auszahlen. Jetzt kritisiert der Bankenrettungsfonds sein Rettungskonzept.

Dieter Hanisch
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Foto: dpadpa

Wenn sich jemand täglich in den Medien wiederfindet, bleibt es nicht aus, eine gewisse Berühmtheit zu erlangen. Den Status des bekanntesten deutschen Bankmanagers darf sich zurzeit wohl Dirk Jens Nonnenmacher anheften. Dabei scheut er die Öffentlichkeit sonst eher, was auch kein Wunder ist, sind die Schlagzeilen um seinen Arbeitsplatz und um seine Person doch meist negativer Natur. Ob „Mr. No“, wie er in Finanzkreisen genannt wird, im November 2008 ahnte, dass sein Job als Chef der HSH Nordbank zu einem Schleudersitz werden würde?

Nach dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Hans Berger musste auf dem Höhepunkt der HSH-Krise eine schnelle Lösung gefunden werden. Nonnenmacher war bis dahin Finanzvorstand und ist nunmehr in Personalunion auch Vorstandschef und verantwortlich für Risikomanagement. Um die Aufgabe, die mehrheitlich von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein getragene Landesbank zu sanieren, dürfte ihn kaum jemand beneiden. Denn zunehmend bezieht er Prügel von Politikern, die seinen Rücktritt fordern. Und jetzt hegt offenbar auch noch der Bankenrettungsfonds Soffin erhebliche Zweifel an den Zukunftsplänen der schwer angeschlagenen Bank. Da zur Überlebensstrategie der HSH Nordbank bis 2012 ein Personalabbau um ein Viertel der Beschäftigten gehört, macht sich Nonnenmacher auch hausintern nicht nur Freunde.

Der 46-Jährige hat Mathematik und Medizin studiert. Er gibt zu, dass er viel zu wenig Schlaf bekommt. Ob er nachts auch von roten Zahlen träumt, verrät er nicht. Seine Bankerkarriere begann 1998 bei der Dresdner Bank, ehe er 2004 zur DZ-Bank wechselte und dann 2007 bei der HSH Nordbank anfing. Dem hoch gewachsenen Manager mit stets einwandfrei gegeltem Haar lastet zum einen das Attribut „Arbeitstier“ an, zum anderen wird er gern mit der Vokabel „Alpha-Figur“ umschrieben.

Verhandlungsgeschick bewies er zuletzt nach Übernahme des Chefpostens, als er für sich selbst eine „Halteprämie“ in Höhe von 2,9 Millionen Euro herausschlug. Als dies im Juli publik wurde und zu heftiger Kritik führte, beklagte er öffentlich: „Die Diskussion über mein Gehalt ist nicht ehrlich.“ Seine Bank sieht er anders als Kieler Oppositionspolitiker nicht vor dem Ruin. Felsenfest versichert er, dass die HSH Nordbank „2011 wieder fit sein“ werde: „Wir planen, 2012 voll dividendenfähig zu sein.“

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