PORTRÄT : Eric Besson: „Da hilft nur die Kalaschnikow“

Frankreichs Einwanderungsminister Eric Besson sorgt gerne für Skandale. Jetzt hat er das Gerücht dementiert, er wolle zum Islam übertreten.

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Wer kennt schon Monsieur Besson?“, mokierte sich Ségolène Royal 2007 im französischen Präsidentschaftswahlkampf. Der Name des Wirtschaftsexperten, der der sozialistischen Kandidatin damals aus Ärger über ihre „surrealistischen Wahlversprechen“ den Bettel vor die Füße geworfen hatte, war bis dahin kaum jemandem geläufig. Heute ist Eric Besson der am meisten umstrittene Minister in der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy. Seine Ex-Frau Sylvie Brunel denunziert ihn als notorischen Ehebrecher. Jetzt geht das Gerücht um, der 51-jährige Besson wolle zum Islam konvertieren, um seine neue Freundin, eine 22-jährige tunesische Studentin, heiraten zu können. Das hat er erst mal dementiert.

Als Minister für Einwanderung, Integration, nationale Identität und solidarische Entwicklung ist er dafür zuständig, die Ausweisung illegaler Einwanderer zu beschleunigen und das Bewusstsein dafür zu stärken, „was es heißt, Franzose zu sein“. In geradezu atemberaubendem Tempo ist Besson von links nach rechts gewechselt. Mitten im Wahlkampf 2007 schloss er sich Sarkozy an und präparierte ihn für dessen TV-Duell mit Royal. Zuvor hatte er ihn noch als „amerikanischen Neokonservativen mit französischem Pass“ verunglimpft. Besson weiß, dass er nur dann eine politische Zukunft hat, wenn Sarkozy 2012 wiedergewählt wird. Also übertrifft er alle Erwartungen oder Befürchtungen, je nachdem: 29 288 Ausländer ließ er vergangenes Jahr ausweisen. 27 000 waren ihm als Ziel vorgegeben.

Wie Sarkozy dürstet Besson danach, in den Medien präsent zu sein. Auch sonst hat er mit dem Präsidenten manches gemein. Sie lieben den Sport, die Show und, wie „Libération“ schreibt, das „leichte“ Leben. Wie er es nimmt, ist dem Buch „Anleitung zum Guerilla-Krieg für Frauen“ zu entnehmen, in dem Sylvie Brunel mit dem Vater ihrer drei Kinder abrechnet. Schon dem Standesbeamten sei er ins Wort gefallen, er würde seiner Frau nicht die Treue halten. Mit „austauschbaren Mätressen“ habe er sich im Lauf ihrer Ehe umgeben, bis dann eine auf Exklusivität bestand. Mit ihr, einer Urenkelin Wassila Burgibas, der Witwe des tunesischen Staatsgründers Habib Burgiba, lebt er zurzeit zusammen. Doch als das Magazin „Voici“ Bilder von dem Paar veröffentlichte, verklagte er es wegen Verletzung der Intimsphäre. „Sarkozy hat Recht“, sagt er, „gegen Journalisten hilft nur eins – die Kalaschnikow.“

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