PORTRÄT : Eva-Maria Häusler: „Entscheidend ist die Qualität der Besucher“

Am Donnerstag beginnt das Art Forum in Berlin. Die neue Messechefin Eva-Maria Häusler will einen Neubeginn.

Nicola Kuhn
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Foto: Kai-Uwe HeinrichKai-Uwe Heinrich tsp

Wenn das Art Forum heute in Berlin seine Pforten für das Publikum öffnet, ist die Spannung besonders groß: Zum 14. Mal findet die Verkaufsausstellung internationaler Galerien unter dem Funkturm statt, und doch sind die Zeichen auf Neubeginn gestellt: Anfang des Jahres hat Eva-Maria Häusler den Job der Messechefin übernommen. Wichtige Erfahrungen hatte die 43-Jährige zuvor als Show-Manager bei der Art Basel gesammelt. Ihr zur Seite steht Peter Vetsch als Medienmann, der ebenfalls von der Schweizer Messe kommt.

In das Duo werden hohe Hoffnungen gesetzt, da sie das Know- how von der weltweit erfolgreichsten Kunstmesse mitbringen und das Berliner Art Forum noch immer seine Position sucht. Die aus Bern stammende Literaturwissenschaftlerin, die an der Basler Universität ihr Linguistikstudium in Spanisch und Französisch mit Auszeichnung absolvierte, hat dem Art Forum sogleich eine Straffung verordnet. So wurde die Sonderausstellung, mit der in den vergangenen Jahren die mangelnde Internationalität des Art Forums wettgemacht werden sollte, kurzerhand gestrichen.

Wir sind eine Messe, Punktum, erklärte das Schweizer Gespann, dem es tatsächlich gelungen ist, eine Vielzahl der Galeristen, die in den vergangenen Jahren abgesprungen waren, wieder zurück ins Boot zu holen. Allerdings machte schon vor der Eröffnung die Rede von einer Art Basel en miniature die Runde, denn wie in Basel sind nun auch in Berlin künstlerische Positionen seit den sechziger Jahren zu sehen. Fortan wird nicht mehr allein auf allerneueste Produktion gesetzt.

130 Galeristen sind diesmal zugelassen, die an den bis Sonntag dauernden Öffnungstagen auf ihre Kunden warten. Was ihre eigenen Erwartungen betrifft, hält sich die neue Messechefin bedeckt. Befragt nach den erhofften Publikumszahlen, gibt sie sich diplomatisch: „Entscheidend ist die Qualität der Besucher: dass deutsche Sammler kommen und ein internationales Publikum. Ebenso Kuratoren und Museumsdirektoren, weil es nicht nur um Verkauf, sondern auch um Vermittlung geht“, erklärte sie gegenüber dem Tagesspiegel. Ganz so entspannt dürften das die Aussteller des Art Forums nicht sehen, denn letztlich stehen getätigte Verkäufe für den Erfolg einer Messe. Nachdem die Baisse auf dem Kunstmarkt überwunden scheint, könnte es auch für das Berliner Art Forum wieder aufwärts gehen.

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