• PORTRÄT F. HENCKEL VON DONNERSMARCK REGISSEUR: „Ich muss in hellere Farben kommen“: PORTRÄT <b>F. HENCKEL VON DONNERSMARCK< b><b> < b>REGISSEUR: „Ich muss in hellere Farben kommen“

PORTRÄT F. HENCKEL VON DONNERSMARCK REGISSEUR: „Ich muss in hellere Farben kommen“ : PORTRÄT F. HENCKEL VON DONNERSMARCK< b> < b>REGISSEUR: „Ich muss in hellere Farben kommen“

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Von Richard Wagner geht die Legende, dass er komponieren wollte wie Johann Strauss – und dass wir seinem Unvermögen zur Leichtigkeit seine Gesamtkunstwerke verdanken, samt ihren unendlichen Melodien. Florian Henckel von Donnersmarck, der so gern vom Giganten Richard Wagner spricht wie von Thomas Mann, versucht es nach seinem schwergewichtigen, mit dem weltweit vielfach preisgekrönten StasiDrama „Das Leben der Anderen“ nun ebenfalls mit Leichtgewichtigerem, mit Hollywood, mit Angelina Jolie und Brad Pitt in „Der Tourist“: Am heutigen Montag feiert „Der Tourist“ in New York Weltpremiere. Am 16. Dezember kommt das Remake des französischen Thrillers „Fluchtpunkt Nizza“ von 2005 in die deutschen Kinos.

Typisch Donnersmarck. Der 37- jährige Zweimetermann, Spross einer uralten schlesischen Adelsfamilie (vollständiger Name: Florian Maria Georg Christian Graf Henckel von Donnersmarck) und Sohn eines Lufthansa-Managers hat mit Ehrgeiz, Schaffensdrang und großem Selbstbewusstsein bislang alles geschafft, was er sich vornahm: Einser-Abiturient nach Kindheit und Jugend in New York, Berlin, Frankfurt, Brüssel. Oxford-Absolvent, sechs Sprachen fließend, dann die Filmhochschule in München – und mit der Abschlussarbeit, eben dem Stasi-Kammerspiel mit Ulrich Mühe und Martina Gedeck, gleich der Ruhm als jüngster Auslands-Oscarpreisträger aller Zeiten. Klar, einem wie Donnersmarck liegt dann die Welt, sprich Hollywood, zu Füßen. Ein Traum wird wahr, samt Villa in Pacific Palisades, Rolls Royce Cabrio – und beim „Tourist“-Dreh in Venedig einem Palazzo am Canal Grande für die Familie. Und klar, der zweite Film nach so einem Turbostart hat es schrecklich schwer.

Nicht typisch Donnersmarck: Die 100-Millionen-Dollar-Produktion hat er nicht nach eigenem Drehbuch realisiert, sondern nach einer von Scriptdoktoren verbesserten und ihm selbst überarbeiteten Story. Dabei versteht er sich als Autorenfilmer, als Künstler. Als Perfektionist ist es ihm wohl auch nicht leicht gefallen, sein erstes internationales, mit Weltstars besetztes Projekt in weniger als einem Jahr zu stemmen. Aber das kann den Ehrgeiz anstacheln: Den Glamour, die Leichtigkeit, die ja das Schwerste ist, in Rekordzeit auf die Leinwand zu zaubern. Von Guttenberg, Fried Bernstorff, Donnersmarck: Die Deutschen mögen sie derzeit gerne, die jungen, tatkräftigen Adeligen, die sich von Zweifeln nicht anfechten lassen. Christiane Peitz

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