Porträt Frank Plasberg : „Ich bin das Straßenkind“

von
Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Erfolg zu verwalten, das mache womöglich viel weniger Spaß, als sich seinen Platz zu erobern, sagt Frank Plasberg. Etwas anderes bleibt dem Moderator allerdings auch nicht übrig, denn der 54-Jährige wurde mit seinem Talk „Hart aber fair“ von seinem früheren Sendetermin am Mittwoch im Ersten auf den Montag verfrachtet, wo er heute zum ersten Mal zu sehen ist.

Sehr spaßig dürfte die Eroberung des neuen Sendeplatzes allerdings nicht werden, Plasberg könnte sogar der große Verlierer des neuen ARD-Talkkonzepts sein. Denn welcher Gast will schon zu ihm, wenn er sonntags bei Günther Jauch sein kann? Dem ARD-Neuzugang hat nicht nur Plasberg seinen neuen Sendeplatz zu verdanken, sondern auch Anne Will und Reinhold Beckmann mussten umziehen. Will talkt jetzt nicht mehr sonntags, sondern auf Plasbergs altem Platz am Mittwoch, Beckmann ist vom Montag auf den Donnerstag gewandert. Einzig Sandra Maischberger durfte ihren Platz am Dienstag behalten. Mit Jauch am Sonntag gibt es damit fünf Talks an fünf Tagen hintereinander im Ersten zu sehen.

Jauch könnte Plasberg nicht nur mit den besseren Gästen, sondern auch mit den spannenderen Themen zuvorkommen. Selten ergibt sich vom Sonntag auf den Montag eine neue Nachrichtenlage. Konnte sich Plasberg mit seinem Team sonst am Montag an die Recherche machen, muss er jetzt am Wochenende ran – unter erschwerten Bedingungen. „Am Sonntag erreicht man bekanntlich mehr Pförtner als Verantwortliche“, sagt Plasberg. Doch er ist kämpfen gewohnt, oft musste er mittwochs gegen die Champions-League-Spiele antalken: „Ich war es immer gewöhnt, mit ,Hart aber fair‘ das Straßenkind zu sein – dieses Gefühl habe ich mit der Muttermilch aufgesogen.“ Sein Ziel sei es, auf dem neuen Sendeplatz einen zweistelligen Marktanteil zu erreichen.

Angesichts von Jauchs Vorsprung muss Plasberg womöglich auch neue Schwerpunkte setzen. Bereits die Auftaktsendung bestreitet er mit dem nicht-politischen Thema „Die Patchwork-Lüge“. Immerhin hat Plasberg mit dem Start um 21 Uhr den Vorteil der früheren Sendezeit gegenüber seinen Kollegen, die bis auf Jauch jeweils um 22 Uhr 45 beginnen – und trotzdem könnte ihm der Neuzugang auch dabei in die Quere kommen. Denn während Plasberg seinen neuen Platz erobern will, verwaltet Jauch zur gleichen Zeit auf RTL seinen Quotenerfolg „Wer wird Millionär“. Sonja Pohlmann

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben