PORTRÄT : „Frauen sind gut für den Erfolg“

Sie übernimmt Berlins erfolgreichste Fernsehsendung. Anna Kyrieleis wird Chefin der "Abendschau".

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Foto: rbb/Anna-Katharina Schulz
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Ihre eigene Position zum Thema Frauen in Führungspositionen ist ein offenes Geheimnis. Für Anna Kyrieleis, die Anfang Juli die Leitung der RBB-„Abendschau“ übernimmt, sind Frauen in leitenden Positionen gut für die Kultur eines Unternehmens und auch für dessen Erfolg. So hatte sie im vergangenen Oktober den Streit um Frauenquoten in Dax-Unternehmen in den ARD-„Tagesthemen“ kommentiert. Die Diskussion ist dabei nicht stehen geblieben, in allen Bereichen drängen Frauen auf stärkere Partizipation, auch und gerade in den Führungszirkeln. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg mag angesichts schlechter TV-Quoten in letzter Zeit viel kritisiert worden sein, hinsichtlich der Besetzung von Spitzenämtern ist der RBB vorbildlich. Seit 2003 ist Dagmar Reim Intendantin des ARD-Senders, gerade erst hat sie ihre Kandidatur für eine weitere Amtsperiode bekannt gegeben. Mit Claudia Nothelle trägt zudem eine Frau die Verantwortung für das Programm des Senders.

Anna Kyrieleis zeichnet sich unter anderem durch ihre Vielseitigkeit aus. Volontiert hatte sie beim Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB), der zusammen mit dem Sender Freies Berlin (SFB) im Rundfunk Berlin-Brandenburg aufging. Von 2003 an arbeitete sie als Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio, unter anderem als Reporterin und Chefin vom Dienst für „Tagesschau“, „Tagesthemen“, „Mittagsmagazin“ oder den „Bericht aus Berlin“. Seit 2007 leitet Kyrieleis die Redaktion ARD-aktuell im RBB. Sie berichtet über Terrorverdächtige in Berlin, ist als Reporterin beim Papstbesuch dabei oder erinnert nach dem Tod von Christa Wolf an das bewegte Leben der Schriftstellerin. Oder sie weist wie in ihrem „Tagesthemen“-Kommentar darauf hin, dass Kinder und Karriere vereinbar sind, wenn sich Frauen und Männer die Aufgaben teilen. Die 35-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Mit der „Abendschau“ übernimmt Anna Kyrieleis nun Berlins erfolgreichste Fernsehsendung. Ein Drittel aller Berliner, die zu dieser Zeit fernsehen, schauen diese RBB-Sendung. Die letzten zwölf Jahre hatte Peter Laubenthal, der 1985 vom Tagesspiegel zum SFB wechselte, die Geschicke der „Abendschau“ geleitet. Der 64-Jährige geht in den Ruhestand.

In einem war Kyrieleis in ihrem Kommentar zu pessimistisch. Für Frauen in Führungspositionen brauche es gesetzliche Quoten, hatte sie gefordert. Sie hat es ohne Quote an die Spitze der „Abendschau“ geschafft. Kurt Sagatz

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