• PORTRÄT FRED KOGEL FILM- UND FERNSEHPRODUZENT:: „Heute wagt sich keiner mehr so richtig vor“

PORTRÄT FRED KOGEL FILM- UND FERNSEHPRODUZENT: : „Heute wagt sich keiner mehr so richtig vor“

Markus Ehrenberg
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Foto: ddp

Wahrscheinlich ist es nicht nur eine helle Freude, mit Harald Schmidt befreundet zu sein. Der Entertainer, Katholik und vierfache Familienvater gilt als eigenbrötlerisch. Er ruft bestimmt wochenlang nicht an. Für Fred Kogel, 48, den früheren Sat-1-Chef und Noch-Boss der Filmfirma Constantin, macht Schmidt da sicher öfters eine Ausnahme. Kogel ist seit Jahren nicht nur Geschäftspartner, sondern auch eng befreundet mit Dirty Harry. Es ist ziemlich bezeichnend, dass Schmidts neueste Karriereplanung am Wochenende ausgerechnet von Kogel verkündet wurde. Schmidts Zusammenarbeit mit Oliver Pocher im Ersten soll zum April 2009 auslaufen, sagte Kogel in einem „Spiegel“-Interview. Eine ganz große Überraschung ist das nach der Dauer-Kritik an der von der Kogel & Schmidt GmbH produzierten Show „Schmidt & Pocher“ nicht mehr. Das war von vornherein ein zeitlich begrenztes Experiment, jetzt sei es Zeit, dass man wieder getrennte Wege gehe, sagte Kogel. Schmidt selbst hörte sich in dieser Hinsicht vor ein paar Wochen noch ganz anders an. Möglicherweise hat ihm sein Kumpel Kogel lange genug eingeflüstert, was in Sachen Polit-Comedy, Anspruch und Intellekt gerade in einem Superwahljahr zu tun ist, auch wenn das für den in die Jahre gekommenen Entertainer manchmal unbequem zu sein scheint.

Schmidts Strippenzieher: Kaum jemand kennt sich im Medienzirkus so gut aus wie Fred Kogel. Dort arbeitet der Sohn eines Opernsängers und einer Ballettmeisterin seit 27 Jahren. 1993 wurde er, 33-jährig, der jüngste Unterhaltungschef des ZDF, 1995 jüngster Senderchef bei Sat 1. Kogel holte Schmidt und Gottschalk zum Privat-TV. Mit der Kirch-Pleite wechselte der studierte Jurist nach München an die Spitze von Bernd Eichingers Filmfirma Constanin, wo er für Kino-Erfolge wie „Das Parfum“, „Der Baader Meinhof Komplex“ aber auch die Gerichtsshow „Richter Alexander Hold“ mitverantwortlich ist. Kogel bezeichnet sich selbst als „großen Fan“ von Leo Kirch. Ein Diagnostiker der Fernsehkrise: „Kirch hat den Dingen Zeit gegeben. Das wäre heute unvorstellbar. Heute wagt sich keiner mehr so richtig vor, aus Angst, einen Fehler zu machen.“ Zum Jahresende verlässt Kogel Constantin. Dann bleibt noch mehr Zeit für Freund und Geschäftspartner Harald Schmidt. Und vielleicht für eine tägliche Late Night wie in den gemeinsamen Tagen bei Sat 1. Markus Ehrenberg

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