• PORTRÄT GABRIELE PAULI KANDIDATIN FÜR DIE CSU-SPITZE:: „Nach sieben Jahren sollen Ehen auslaufen“

PORTRÄT GABRIELE PAULI KANDIDATIN FÜR DIE CSU-SPITZE: : „Nach sieben Jahren sollen Ehen auslaufen“

Die Fürther Landrätin Gabriele will sich die CSU-Spitze mit ihrem eigenen Programm erkämpfen - und schlägt vor, Ehen nach dem verflixten siebten Jahr automatisch enden zu lassen.

Mirko Weber

Die Ehe, schrieb der unverheiratete Philosoph Immanuel Kant einmal ziemlich unverklausuliert, sei ein „Rechtsbündnis zum wechselseitigen Gebrauch der Geschlechtsorgane“, was wiederum den lange nach ihm geborenen Regisseur Woody Allen zu der Replik provozierte, es handle sich dann aber immer noch um „den Versuch, zu zweit mit Problemen fertig zu werden, die man alleine nicht gehabt hätte“. Zwischen Kant und Allen findet sich zu diesem einschlägigen Thema noch allerhand abendländische Jammerei. Lieder und Filme („Das verflixte siebte Jahr“) tun ihr Übriges. Einen produktiven Weg indes aus dem Dilemma, wie gute und schlechte Tage gemeinsam zu teilen wären, bis der Tod die ehemaligen Hochzeiter scheidet, findet sich in Literatur und Kunst äußerst selten. Also muss, wer sonst, die Politik aushelfen.

Nun ist sie hilfreich eheberaterisch und in Gestalt der nunmehr fünfzigjährigen Gabriele Pauli – vormals Pauli-Balleis respektive Dickop – in Erscheinung getreten. Frau Pauli ist über ihre Qualifikation als bereits zweimal erfolgreich verheiratete wie ebenso erfolgreich Geschiedene hinaus in der Öffentlichkeit zuletzt als bayerische Königsmörderin wie auch als Expertin für semi-erotische Modefotografie bekannt geworden.

Überdies wirkt sie weiterhin in Fürth als „schöne Landrätin“, wie die Boulevardpresse mit einiger Hartnäckigkeit schreibt, und würde gerne einen „Mentalitätswandel“ in der CSU herbeiführen, wenn die Partei sich denn entschließen könnte, ihr Ende nächster Woche den Vorzug gegenüber den männlichen Kernkompetenzlern Erwin Huber und Horst Seehofer zu geben. Es müsste ja nicht für immer sein. Das wäre dann so wie bei der Ehe, die sich Gabriele Pauli als Alternativmodell zur herrschenden Praxis vorstellt: Sie liefe nämlich gemäß ihrer Zukunftsvorstellung nach sieben Jahren simpel aus. Dann könnte man sich ohne weiteres trennen. Sie kriegte die Löffel, er die Gabeln. Ganz ohne Tragik. Keine Rosen mehr, aber eben auch kein Krieg. Zudem bestünde die Möglichkeit, „aktiv Ja sagen zu einer Verlängerung“.

Paulis, nun ja, Gedankenspiele haben naturgemäß das bayerische Justizministerium wie auch die katholische Kirche auf den Plan gerufen. Von beiden Institutionen wird sie jetzt gewissermaßen als Vorbotin der biblischen Plagen identifiziert. Allen anderen Unterbelichteten und generell weniger Erleuchteten bleibt Gabriele Pauli: ein Buch mit sieben Siegeln. Mirko Weber

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