PORTRÄT HOLGER HÄRTER PORSCHE-FINANZCHEF: : „Wir sind auf alles vorbereitet“

Porsche ist der erfolgreichste Hedgefonds der Welt mit einem Manager an der Spitze, den keiner kennt: Holger Härter. Sportwagen? Die baut Porsche nebenbei. Und Wendelin Wiedeking? Härters millionenschwerer Chef, Vorstandsvorsitzender der Porsche Holding, kümmert sich um Technik, Produktion und Öffentlichkeit.

Henrik Mortsiefer

Es ist Finanzvorstand Härter, der den Zuffenhausener Konzern zum profitabelsten Autobauer der Welt macht. „Der bräuchte das ganze Blech nicht, um Geld zu verdienen“, sagt Wiedeking über seinen Geldverwalter. „Kongenial“ ist ein strapaziertes Eigenschaftswort, das in Härter-Porträts gerne verwendet wird.

Im vergangenen Geschäftsjahr dürfte Porsche mit dem Verkauf von Autos 1,2 Milliarden Euro verdient haben. Mehr als zehn Milliarden Euro brachten Schätzungen zufolge die Beteiligung am VW-Konzern und Härters Finanzakrobatik. 2008/2009 wird die Relation von Blech und Geld in der Gewinn- und Verlustrechnung wohl noch deutlicher zugunsten der Finanzen ausfallen. Denn die spektakulären Kursgewinne der VW-Aktie lassen Härters Optionsgeschäfte explodieren.

Zusammen mit Wiedeking sitzt Härter im Aufsichtsrat von VW, seitdem Porsche seine Beteiligung in Wolfsburg massiv ausgebaut hat. „Herangeschlichen“ habe sich der 52-jährige Finanzjongleur, so heißt es. Schon vor vielen Monaten sicherte sich Härter, der diskret im Hintergrund operiert, über Terminkontrakte den Zugriff auf VW-Aktien zu einem günstigen Kurs. Komplizierte Finanzkonstrukte, die dem Ziel dienten, das Risiko beim Einstieg bei VW zu minimieren.

Auskunft darüber gibt Härter nicht. Das große Wort überlässt er Wiedeking, mit dem er in der Zuffenhausener Zentrale Tür an Tür arbeitet. Bei öffentlichen Auftritten schweigt der Finanzvorstand freundlich, wenn es um VW geht. Genauso einsilbig hat er in der Vergangenheit über Währungsabsicherungen gesprochen, die Porsches Geschäfte auf dem wichtigen US- Markt flankiert haben.

Härter hat in der Finanzwelt einen tadellosen Ruf, er ist gut vernetzt. 1996 holte Wiedeking den verheirateten Vater einer Tochter vom Bodenbelaghersteller DLW in Bietigheim, Wiedekings Wohnort. Seitdem dreht das Duo ein großes Rad. 2009 soll das Werk mit einem Beherrschungsvertrag bei Volkswagen gekrönt werden. „Wir sind auf alles vorbereitet“, versichert Härter.Vorausgesetzt, die Milliarden- Spekulation hält, was sie verspricht. Henrik Mortsiefer

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