• PORTRÄT LISA MONACO OBAMAS ANTITERROR-BERATERIN:: „Viele haben zum Erfolg beigetragen“

PORTRÄT LISA MONACO OBAMAS ANTITERROR-BERATERIN: : „Viele haben zum Erfolg beigetragen“

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Die Schlüsselinformationen über die Bomben von Boston und ihre Folgen erhält Präsident Barack Obama von einer Frau. Sie spielt sich nicht in den Vordergrund und ist überhaupt erst vor sechs Wochen in den engsten Mitarbeiterkreis gekommen. Am 8. März wurde Lisa Monaco seine Beraterin für Terrorabwehr, nachdem Vorgänger John Brennan zum neuen CIA-Chef aufgestiegen war. Und je nachdem, wie erfolgreich die 45-Jährige ihre neue Aufgabe erfüllt, könnte sie das Weiße Haus auch bald schon wieder verlassen. Im September gibt Robert Mueller die Leitung des FBI nach zwölf Jahren ab. Monaco gilt als eine Favoritin für das Amt. Sie wäre die erste Frau an der Spitze in der 105-jährigen FBI-Geschichte.

In der vergangenen Woche lenkte sie nicht den Gang der Ermittlungen. Diese Aufgabe hatte das FBI unter Mueller. Sie entscheidet auch nicht, wann welche Anklage gegen den überlebenden Attentäter Dschochar Zarnajew erhoben wird. Das fällt in die Zuständigkeit der Behörden, die Justizminister Eric Holder unterstehen. Aber sie muss stets auf der Höhe der Entwicklungen sein. Sie leitete die Besprechungen im Weißen Haus, in denen Obama informiert wurde, und saß ihm auf dem Mittelplatz einer Couch zwischen Mueller und Holder gegenüber.

Auch emotional ist Monaco nah dran an den dramatischen Ereignissen in Boston. Sie wuchs im Vorort Newton auf, rund 13 Kilometer westlich des Zentrums, wo die Bomben am Montag in der Boylston Street explodierten. An der Harvard-Universität im Stadtteil Cambridge studierte sie Amerikanische Geschichte und Literatur. Danach arbeitete sie für den heutigen Vizepräsidenten Joe Biden, der damals den Justizausschuss des Senats leitete, und schloss ein Jurastudium in Chicago an, wo Barack Obama seinerzeit einen Lehrauftrag für Verfassungsrecht hatte und in die Landespolitik einstieg.

Später sammelte sie Erfahrung im Justizministerium in der Clinton-Amtszeit, arbeitete für eine Anwaltskanzlei und ermittelte in der Enron-Affäre, dem Skandal um den betrügerischen Bankrott des Energieriesen Enron in Texas 2001, der viele Amerikaner um ihre Altersabsicherung brachte. Anschließend beriet sie FBI-Chef Mueller. Sie ist nicht verheiratet, hat keine Kinder und arbeitet fast rund um die Uhr, sagen Weggefährten. Sie loben ihre rasche Auffassungsgabe, präzise Analyse und ihren Humor. „So jemanden willst du bei dir haben, wenn du in einem Fuchsbau sitzt.“ Christoph von Marschall

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