PORTRÄT MAKIS VORIDIS GRIECHISCHER LAOS-POLITIKER : Glühender Anhänger der Junta

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An der linken Hand die Gattin Ioanna Danae, an der rechten den kleinen Sohn, kam Makis Voridis die Athener Herodes-Attikus-Straße herunter. Die dreiköpfige Familie war festlich gekleidet, schließlich war sie unterwegs zum Amtssitz des Staatspräsidenten. Dort, vor Präsident Karolos Papoulias und dem Athener Erzbischof Ieronymos II., legte der 47-jährige Abgeordnete der Völkisch-orthodoxen Sammlungsbewegung (Laos) seinen Amtseid als Verkehrsminister ab.

Mit Wohlgefallen sah der Laos-Vorsitzende Giorgos Karatzaferis der Zeremonie zu. Die Notregierung, der neben seinem Parteifreund Voridis noch drei weitere Laos-Politiker angehören, soll zwar nur rund 100 Tage amtieren und dann Neuwahlen herbeiführen. Trotzdem markiert das Übergangskabinett für Karatzaferis eine wichtige Wegmarke: Mit der Regierungsbeteiligung ist seine Partei salonfähig geworden.

Zunächst aber müssen nun die vier Laos-Politiker im Kabinett zeigen, was sie können: Giorgos Georgiou als Vizeminister der Verteidigung, Adonis Georgiadis und Asterios Rontoulis als Staatssekretäre im Entwicklungs- und Landwirtschaftsministerium, und eben Makis Voridis. Als die Obristen 1967 in Athen putschten, war Voridis gerade mal drei, und als die Diktatur stürzte, war er nur zehn Jahre alt. Dennoch ist der in Athen und London ausgebildete Rechtsanwalt ein glühender Junta-Anhänger. Er führte die rechtsextremistische Bewegung „Griechische Front“ und wurde Vorsitzender der Jugendorganisation der Nationalen Politischen Union (Epen), einer nationalistischen Partei, die Anfang 1984 von Georgios Papadopoulos gegründet wurde, dem Anführer des Putsches von 1967, der damals eine lebenslange Haftstrafe wegen Hochverrats absaß.

Papadopoulos ist lange tot, seine Partei Epen gibt es nicht mehr. Voridis fand in der Laos, die sich von der konservativen Nea Dimokratia abspaltete, eine neue politische Heimat. Dort gibt der redegewandte Exjournalist Karatzaferis den Ton an: Mal hetzt er gegen Ausländer und fordert Deportationen illegaler Einwanderer, mal fordert er von Deutschland Reparationen für die Nazi-Besatzung: „Die Merkel schuldet uns das Geld!“.

Karatzaferis’ Partei legte der letzten Wahl vor zwei Jahren in den Umfragen von 5,6 auf 8,5 Prozent zu. Damit könnte sie nach den Parlamentswahlen im Februar eine Schlüsselrolle als Mehrheitsbeschaffer für die konservative Nea Dimokratia spielen. Gerd Höhler

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