• PORTRÄT MICHAEL BLOOMBERG BÜRGERMEISTER VON NEW YORK:: „Keiner fällt harte Entscheidungen“

PORTRÄT MICHAEL BLOOMBERG BÜRGERMEISTER VON NEW YORK: : „Keiner fällt harte Entscheidungen“

Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, ist bei den Repubilkanern ausgetreten - und machte so den Weg frei für eine Bewerbung als Unabhängiger um das Präsidentenamt 2008.

Matthias B. Krause

Wer braucht Washington?“, fragte das „Time“- Magazin neben den Gesichtern von Michael Bloomberg und Arnold Schwarzenegger und breitete im Inneren die Großtaten des Gouverneurs von Kalifornien und des New Yorker Stadtvaters aus. Das Heft war noch keine zwei Tage alt, da trat Bloomberg bei den Republikanern aus – und machte so den Weg frei für eine Bewerbung als Unabhängiger um das Präsidentenamt 2008.

Offiziell übt der 65-Jährige sich noch im Zünden von Nebelkerzen, doch im Hintergrund hat er längst sein Team für eine landesweite Kampagne zusammengestellt. Bloomberg, der sich an der Wall Street vom Jungen für alles zum Konzernchef hocharbeitete, bevor er ein extrem erfolgreiches Medienimperium unter eigenem Namen gründete, wird vom „Forbes“-Magazin auf fünf Milliarden Dollar geschätzt. Geld, das er seit einigen Jahren großzügig einsetzt, um seine politischen Ambitionen zu fördern.

Die Bürgermeisterwahl in New York gewann er 2001 nicht zuletzt, weil er die Mittel besaß, um sich vom namenlosen Kandidaten zu einer stadtbekannten Persönlichkeit zu transformieren. Um Nachfolger von Rudolph Giuliani zu werden, wechselte er seine lange Parteimitgliedschaft bei den Demokraten gegen eine bei den Republikanern ein. Aber eigentlich sind ihm festgefahrene politische Strukturen zuwider, ideologisches Gezanke noch viel mehr. „Ich kann zwischen den Parteien keine wirklichen Unterschiede erkennen“, sagte er vor Kurzem.

Seine jetzige Abkehr von den Republikanern hat wahrscheinlich auch viel damit zu tun, dass das Feld der republikanischen Präsidentschaftsanwärter für 2008 hoffnungslos überfüllt ist – und zudem auf unheilvolle Weise verbunden mit dem Chaos, das Amtsinhaber Bush hinterlässt. Für den und für den Kongress hat Bloomberg keine guten Wort übrig: „Sie versuchen, ein großes Problem nach dem anderen mit Pflastern zu flicken, doch die Blutung hört nicht auf und niemand stellt sich hin und fällt die harten Entscheidungen.“

Dass Bloomberg keine Angst hat vor unpopulären Schritten, bewies er in New York vielfach. Zuerst haben sie ihn deswegen abgelehnt, dann wählten sie ihn mit großer Mehrheit wieder. Mittlerweile genießt „Manager Mike“ konstante Zustimmungsraten von 75 Prozent und mehr. Mit seinem Freund Schwarzenegger als designiertem Vize wäre er ein Team, das bei den Parteien das große Zittern auslösen dürfte. Matthias B. Krause

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