• PORTRÄT NIKOLAUS MEYER-LANDRUT MERKELS EUROPA-BERATER:: „Ein stabiler Euro ist unsere größte Aufgabe“

PORTRÄT NIKOLAUS MEYER-LANDRUT MERKELS EUROPA-BERATER: : „Ein stabiler Euro ist unsere größte Aufgabe“

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Foto: Darchinger
Foto: Darchinger

Wenn an diesem Freitagabend die Entscheidung fällt, mit welchem Song Lena beim Grand Prix im Mai antritt, dann wird Nikolaus Meyer- Landrut die Show in der ARD gespannt verfolgen – so wie sämtliche Etappen in der Interpretenlaufbahn seiner Nichte. Nun macht Nikolaus Meyer-Landrut selber einen Karrieresprung: Der Onkel von Deutschlands derzeit wohl bekanntester Sängerin wird europapolitischer Berater der Kanzlerin. Ähnlich wie seine Nichte wird er dabei in Europa so etwas wie die Stimme Deutschlands. Allerdings arbeitet er abseits des öffentlichen Rampenlichts.

Nikolaus Meyer-Landrut war zuletzt Stellvertreter von Uwe Corsepius, Angela Merkels bisherigem Europa-Mann im Kanzleramt. Nachdem Corsepius für die kommenden Monate auf den Posten von Merkels bisherigem Wirtschaftsberater Jens Weidmann rückt, wird Meyer-Landrut Europa-Abteilungsleiter im Kanzleramt. Geplant war das ohnehin so, jetzt kommt der Wechsel für Meyer-Landrut nach dem Abgang Weidmanns einige Monate früher.

Seit 2006 arbeitet Meyer-Landrut im Kanzleramt und hat dort als Vize von Corsepius die ganze Bandbreite der gegenwärtigen europapolitischen Streitthemen kennengelernt. Diese Expertise wird er brauchen; die größten Herausforderungen für die Bundesregierung werden auf dem Feld der EU-Politik in den kommenden Jahren wohl in der Eurokrise und dem Poker unter den 27 europäischen Mitgliedstaaten über die Verteilung der EU-Milliarden in der nächsten Finanzperiode zwischen 2014 und 2020 liegen.

Anders als sein gelegentlich allzu selbstbewusst auftretender Amtsvorgänger Corsepius gilt der 50-jährige Diplomat Meyer-Landrut, der an der Universität Köln in Geschichte promovierte, eher als ein Mann der leisen Töne. Im Auswärtigen Amt, wo er zuletzt das EU-Grundsatzreferat leitete, musste man ihn vor knapp fünf Jahren ins Kanzleramt ziehen lassen. Dort laufen innerhalb der Regierung die europapolitischen Fäden inzwischen zusammen. Merkel, die mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy an einer europäischen Wirtschaftsregierung feilt, kann darauf bauen, dass ihr neuer Berater sich im Machtzentrum an der Seine bestens auskennt. Zwischen 2002 und 2003 war Meyer-Landrut Sprecher des EU-Verfassungskonvents. Und den leitete ein ehemaliger französischer Präsident – Valéry Giscard d’Estaing. Albrecht Meier

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