• PORTRÄT OSHRAT BACHAR ISRAELISCHES KAMPFBATAILLON:: „Es gibt keine unüberwindbareHürde“

PORTRÄT OSHRAT BACHAR ISRAELISCHES KAMPFBATAILLON: : „Es gibt keine unüberwindbareHürde“

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Foto: Zahal
Foto: Zahal

Sie ist das, was man in Israel einen „Chevreman“ nennt, einen guten Kumpel. Oshrat Bachar, noch Major, wurde zur ersten Kommandantin einer Kampfeinheit der Zahal, der israelischen Armee, ernannt. Im Sommer wird die Mutter der siebenjährigen Amit das Kommando über das Eitam- Aufklärungsbataillon im Südkommando übernehmen und selbstverständlich befördert werden. Bis dahin wird sie ihr Studium an der Generalstabsakademie der Streitkräfte abgeschlossen haben.

Oshrats Karrieresprung, nach 17 Jahren Wehrdienst (davon 24 Monate obligatorisch), passt exakt in die neue israelische Armee-Konzeption über die Integrierung weiblicher Wehrpflichtiger. Erster und absoluter Höhepunkt war die Ernennung der ersten Frau im Generalsrang am 23. Juni 2011 mit Orna Barbivai. Und schon drängen nach Oshrat Bachar weitere junge Offizierinnen in Kampfeinheiten nach, während es seit etlichen Jahren hochgestellte Offizierinnen in der Logistik und Instrukteurinnen bei Ausbildungseinheiten gibt sowie nach jahrzehntelangem Kampf auch Kampfpilotinnen.

Die Erfahrungen mit den Ausbilderinnen sind durchweg gut, denn selbst ausgesprochene Machos unter den Rekruten strengen sich bei ihnen besonders an, um sich nicht zu blamieren. Mit Oshrat Bachar wurde nun ganz bestimmt die Richtige zur ersten Kommandantin einer Kampfeinheit ernannt, denn sie ist eine echte Kämpfernatur.

Dass ihre Beförderung ausgerechnet zum gegenwärtigen Zeitpunkt erfolgt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Gleichzeitig wurde nämlich bekannt, dass eine spezielle Kaserne für Ultraorthodoxe errichtet wird. Offiziell sind die meisten dieser jungen Männer mit Schläfenlocken, flaumigem Bart und schwarzem Kaftan erstmals überhaupt seit Gründung des jüdischen Staates 1948 wehrpflichtig, wenn auch bis in diese Tage meist nur auf dem Papier. Und natürlich darf sich kein weibliches Wesen deren Einheiten oder einem solchen Neo-Wehrpflichtigen auch nur nähern. Keiner soll schließlich in Versuchung geführt werden.

Klar auch, dass sich die extremistischen Rabbiner gegen die Einberufungen zum dreijährigen Wehrdienst stemmen. Ihre Begründung für die Dienstverweigerung: „Wir verteidigen den Staat mit der Thora und unseren Gebeten.“ Das sieht die Patriotin Oshrat Bachar freilich ganz anders – wie auch die weitaus meisten Israelis: Der jüdische Staat muss wohl noch lange „mit dem Schwert leben“. Charles A. Landsmann

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