• PORTRÄT PETER RAMSAUER BUNDESVERKEHRSMINISTER:: „Die Sicherheit steht an erster Stelle“

PORTRÄT PETER RAMSAUER BUNDESVERKEHRSMINISTER: : „Die Sicherheit steht an erster Stelle“

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Wenn es schwierig für ihn wird, verliert Peter Ramsauer schon mal sein sonst so sonniges Gemüt. Am Sonntagabend war es so weit. Der Bundesverkehrsminister zeigte vor großem Fernsehpublikum dünne Haut: Er rede gewöhnlich mit Vorstandsvorsitzenden, raunzte der Bayer, als ihm die ARD den Lufthansa-Sprecher als Interviewpartner in Sachen Flugverbot zur Seite gab. Und auch sonst wirkte der Minister irgend etwas zwischen entnervt und in die Enge getrieben.

Zu Ersterem hatte er Grund, zum Zweiten nicht. Ramsauer hatte sich den ganzen Tag über anhören müssen, wie die deutsche Luftfahrtbranche – Lufthansa und Air Berlin voran – der Politik einen Freifahrschein durch die Aschewolke abzuluchsen versuchte. Er hatte erlebt, wie die gleichen Leute, die er abgewiesen hatte, es direkt im Kanzleramt versuchten. Und er musste sich blanken Unsinn vorhalten lassen wie den, dass die Vulkanwolke „nur“ aufgrund von Computersimulationen über Deutschland vermutet werde, als betrieben die Wetter-Rechner kindische Computerspiele.

In Wahrheit hat Ramsauer selbst nach Einschätzung von Leuten, die ihm politisch fern sind, bisher alles richtig gemacht. „Die Sicherheit steht an erster Stelle“ ist ein Leitsatz, dem im Ernst niemand widersprechen kann. Ausnahmegenehmigungen für Flüge in Sichthöhe entsprechen dem Stand des Wissens darüber, was in dieser Ausnahmesituation geht und was nicht. Dass Ramsauer dafür zur Abwechslung von der Pilotenvereinigung gescholten wurde, entspricht dem Stand des Wissens darüber, wie Lobbygruppen nun mal sind.

Aber da muss Ramsauer durch, den sie in der CSU nur „Ramses“ nennen. Schließlich hat er sich das Ministerium sorgsam ausgesucht. Zwei Mal vorher hatte er auf ein Regierungsamt verzichtet. Landwirtschaft wollte er nicht, und dass Wirtschaft an ihm vorbeiging, hat er sogar still für sich gefeiert. Der Mann mit Deutschlands schönstem Wahlkreis zwischen Watzmann und Chiemsee blieb lieber in der Unabhängigkeit des CSU-Landesgruppenchefs. Erst das Verkehrsressort, der größte Investitionshaushalt, kam ihm zupass.

Seither gab es viele schöne Fotos mit dem feschen Hobby-Alpinisten. Jetzt ist es zum ersten Mal ernst. Am Mittwoch kann Ramsauer zeigen, dass er nicht nur richtig handeln, sondern auch im rechten Ton darüber reden kann. Eine Regierungserklärung hat auf jeden Fall den Vorzug, dass ihn niemand unterbricht. Robert Birnbaum

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