PORTRÄT PETER AMMON BOTSCHAFTER IN USA, IN SPE: : „Ich bin kein Freund von Pessimismus“

04.02.2011 21:50 Uhrvon
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Ein deutscher Botschafter in Washington muss nicht nur das Vertrauen des Außenministers, sondern auch das der Kanzlerin genießen. Die Regierungschefin schaut sehr genau auf die Besetzung des diplomatischen Spitzenpostens. Bevor Klaus Scharioth, der gegenwärtige Leiter der Vertretung in Georgetown, im Jahr 2006 seinen Posten antrat, musste er massive Vorbehalte Angela Merkels ausräumen. Die hielt den damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt (AA) für einen Amerika-Kritiker und fanatischen Vertreter des rot-grünen Widerstands gegen den Irakkrieg. Scharioth, ein Diplomat mit Überzeugungen, konnte sie in einem Gespräch von seiner Loyalität überzeugen.

Im Sommer erreicht er nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit in der US-Hauptstadt die Altersgrenze.

Ähnlich dramatische Konflikte sind über Scharioths Nachfolger nicht bekannt. Schon bald soll das Bundeskabinett auf Vorschlag von Guido Westerwelle den gegenwärtigen AA-Staatssekretär Peter Ammon bestellen. Als Mann mit eigener politischer Agenda, als Beamter mit Ecken und Kanten, ist der 61-Jährige bislang nicht aufgefallen. Als Diplomat mit eigenem Profil schon: Fast die gesamte Karriere des Mathematikers, Physikers und promovierten Wirtschaftswissenschaftlers kreiste um ökonomische Fragen. Bevor er zum Staatssekretär aufstieg, leitete er sieben Jahre lang die Wirtschaftsabteilung des AA und war kurz deutscher Botschafter in Paris. Als Wirtschaftsfachmann genoss er einen hervorragenden Ruf.

Nach seiner Bestellung zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt 2008 aber galt Ammon im Haus bald als entscheidungsschwach. Zwar erlebten ihn Kollegen als menschlich angenehm. Doch es sorgte für Missstimmung, dass er Vorgänge angeblich auf die lange Bank schob oder verschleppte. Manche Referate sollen deshalb mit Anfragen gewartet haben, bis er auf Dienstreise ging und ein Vertreter entscheiden konnte.

Kenner des Auswärtigen Amtes erwarten, dass der Noch-Staatssekretär auf dem schwierigen diplomatischen Parkett in Washington eine gute Figur macht, aber wenig eigene Akzente setzt. Der Außenminister setzt offenbar auf die ökonomische Expertise des Neuen, die in vielen zentralen Fragen des deutsch-amerikanischen Verhältnisses hilfreich sein könnte. Ammon selbst teilt übrigens die notorische Zuversicht vieler Wirtschaftspraktiker. „Ich bin kein Freund von Pessimismus“, bekannte er in einem Vortrag. Hans Monath

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