Porträt : Philip Breedlove wird neuer Nato-Kommandeur

Philip Breedlove wird neuer Oberkommandeur der Nato-Streitkräfte. Mit Deutschland kennt er sich gut aus: Den Fall der Mauer erlebte er in Ramstein, damals als Pilot einer „F 16“.

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Beim Umzug ins belgische Mons hat es der künftige Oberbefehlshaber der Nato nicht weit. Zurzeit ist General Philip Breedlove in Ramstein stationiert als Kommandeur der US-Luftwaffe in Europa. Überhaupt hat der kräftige Südstaatler aus Georgia einen Großteil seiner Dienstzeit in Deutschland verbracht, angefangen mit seiner Aufgabe als „Liaison“-Offizier der Air Force Base im bayerischen Kitzingen 1985. Den Fall der Mauer erlebte er in Ramstein, damals als Pilot einer „F 16“.

Der 57-Jährige hat seine ganze Karriere der Luftwaffe gewidmet. Diese Waffengattung sieht er nun in einem „langsamen, stetigen Schrumpfungsprozess“, wie er in einer Kongressanhörung sagte, einerseits wegen des Zwangs zu Einsparungen im Pentagon-Etat, andererseits wegen der wachsenden Bedeutung von Kampfdrohnen. Da scheint der Wechsel in die Verantwortung für alle Teilstreitkräfte in Europa nur folgerichtig. Traditionell teilen sich die USA und Europa die beiden Führungsposten bei der Nato. Oberster Militär ist stets ein Amerikaner, den höchsten politischen Posten, Generalsekretär, hat ein Europäer inne.

Ursprünglich wollte Präsident Obama John Allen ernennen, einen Vier-Sterne-General der Elitekampftruppe Marines, der zuletzt die internationalen Truppen in Afghanistan befehligte. Allen geriet jedoch in den Strudel um den Verdacht auf außereheliche Beziehungen, über den General David Petraeus stürzte. In der nachfolgenden Untersuchung wurde Allen vom Vorwurf entlastet, selbst „unangemessene E-Mails“ an eine der beteiligten Frauen, Jill Kelley in Tampa, geschrieben zu haben. Dennoch zog er seine Kandidatur als Oberbefehlshaber Europa zurück, offiziell um seiner kranken Frau beizustehen. US-Medien spekulieren, Allen habe es seiner Familie ersparen wollen, dass seine potenzielle Verwicklung in die Petraeus-Affäre bei den Anhörungen im Senat zu seiner Nominierung erneut zur Sprache kommt.

Nun also Breedlove. Neben Deutschland war er während seiner Fliegerjahre auch in Italien und Spanien stationiert. Erst in den jüngsten Verwendungen hat auch er sich immer weiter vom praktischen Luftwaffeneinsatz entfernt und auf Fragen des politischen Managements im Verteidigungsministerium konzentriert. Auch mit der aktuellsten militärischen Krise, der Kriegsgefahr in Korea, ist er aus eigenem Erleben vertraut. In den 90er Jahren kommandierte er ein US-Geschwader dort.

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