PORTRÄT PRINZESSIN VICTORIA SCHWEDISCHE THRONFOLGERIN: : „Man muss vorsichtig sein“

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Aus diesem Stoff sind moderne Königinnen gewebt. Prinzessin Victoria ist schön, diszipliniert, charmant, diplomatisch und konsequent. Nach dem Nachtclub-Skandal um ihren Vater 2011 repräsentiert sie die Sonnenseite des schwedischen Königshauses. An diesem Dienstag kommt sie zu einem zweitägigen Besuch nach Deutschland. Mit einer Wirtschaftsdelegation wird sie nach Hamburg, Düsseldorf und Essen reisen. Da sie nach einem Skiunfall Ende Dezember noch eine Schiene tragen muss, wird das Protokoll die Zahl der Treppen auf ein Minimum reduzieren.

Zu Victorias Gunsten wurde 1980 das schwedische Thronfolgegesetz geändert, das bis dahin nur männliche Erbfolger kannte. Von frühester Jugend an wurde die heute 36-Jährige auf ihre Aufgaben vorbereitet, allerdings hieß es immer, dass auch auf Normalität in der Erziehung großer Wert gelegt wurde. Schon als Kind liebte sie die Natur, wie ihre Mutter, Königin Sylvia, einmal stolz erzählte. In Yale studierte Victoria Politik und Geschichte. Sie hat es freilich nicht immer leicht gehabt, ihre Legasthenie wurde ebenso bekannt wie die Magersucht, an der sie litt, weil ihr die ständige öffentliche Beobachtung zu schaffen machte.

Auch die Verlobung mit dem Bürgerlichen Daniel Westling musste sie bei Hof erst durchboxen. Der frühere Fitnesstrainer galt lange Zeit als nicht geeignet für das Leben an der Seite der künftigen Königin. Im Juni 2010 feierten die beiden dann doch ihre Hochzeit in Stockholm. Die Haltung, mit der sie ihren Mann zum Prinzen machte, hat Victoria in Schweden und darüber hinaus zusätzliche Sympathien verschafft. Im Mai 2011 zeigte sich das königliche Paar bei einem Besuch in Berlin trotz dichter Programmfolge mit Besuchen beim Bundespräsidenten und einem schwedischen Künstlerkollektiv noch sehr verliebt. Berlin kannte die Prinzessin schon aus ihrer Zeit als Praktikantin in der schwedischen Botschaft. Ihr erstes Kind, Tochter Estelle, kam im Februar 2012 zur Welt.

Victoria hat sich darauf eingestellt, noch eine ganze Weile Kronprinzessin zu bleiben. Politische Äußerungen wird man von ihr nicht hören. Sie fühlt sich der Neutralität verpflichtet und hält sich an die Devise „Man muss vorsichtig sein“. Unter Beobachtung wird sie immer stehen. Spekulationen über eine zweite Schwangerschaft blühen nicht nur in Schweden, sondern auch in bunten Blättern außerhalb ihres Heimatlandes. Elisabeth Binder

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