Porträt : Richard Branson - Der politisch aktive Milliardär

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Sir Richard Branson ist es gewohnt, dass sich mit Geld nahezu alle Probleme lösen lassen. Der schwerreiche Gründer des Virgin-Imperiums will Touristen in den Weltraum bringen. Für so einen, mag ihm 2007 kurz durch den Kopf gegangen sein, müsste es doch möglich sein, einen hässlichen Diktator zum Rückzug zu bewegen. Und so kam es, dass Branson, als er 2007 die Gründung der Gruppierung „The Elders“ mit angestoßen und finanziert hat, die vage Hoffnung hatte, die ehemaligen Staats- und Regierungschefs und moralischen Instanzen, die sich im Juli 2007 zusammengetan haben, für einen Regimewechsel in Simbabwe einspannen zu können.

So zumindest schildert es der ehemalige amerikanische Botschafter in Südafrika, Eric Bost, in einer Mitteilung nach Washington, die Wikileaks vor kurzem veröffentlicht hat. Demnach hatte der ehemalige Informationsminister Simbabwes, Jonathan Moyo, einen Plan. Moyo hatte sich mit dem nunmehr seit 31 Jahren herrschenden Präsidenten Robert Mugabe überworfen, sitzt inzwischen aber wieder für Mugabes Partei im Parlament. Eine Gruppe respektierter ehemaliger afrikanischer Staatschefs um Nelson Mandela sollte Mugabe einen „würdevollen Abgang“ ermöglichen, indem ihm Straffreiheit mit Verfassungsrang und das Recht, einen Übergangspremier zu ernennen, angeboten würde. Darüber hat sich Branson, wie er dem „Independent“ sagte, mit Moyo mehrfach ausgetauscht, und er habe ein Treffen Moyos mit den „Elders“ ermöglicht. Er habe den Plan aber nicht weiterverfolgt, weil Moyo ihm nicht seriös genug erschienen sei.

Dass er Mugabe 7,4 Millionen Euro für seinen Rückzug angeboten hätte, wie das die „Daily Mail“ berichtet hat, bestreitet Branson: „Das wäre billig gewesen, es ist aber nicht wahr.“ Interessant ist, dass Branson nicht nur mit dem schillernden Moyo über eine Ablösung Mugabes diskutiert hat, sondern sich auch an ein Gespräch mit Gideon Gono erinnert. Der langjährige Zentralbankchef, dem Simbabwe die Hyperinflation verdankte, gehört tatsächlich zum inneren Kreis um Mugabe, auch wenn er im vergangenen Jahr nach Gerüchten über eine langjährige Affäre mit Mugabes Frau Grace einige Zeit untertauchen musste.

Die „Elders“ übrigens haben vehement jegliche Beteiligung an Putsch-Plänen zurückgewiesen. Sie haben zwar 2008 klar Stellung zur Wahl in Simbabwe bezogen. Ihnen ging es aber um die humanitäre Situation.

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