• PORTRÄT SHAHRAM AMIRI ATOMWISSENSCHAFTLER, IRAN:: „Die USA sind eindeutig der Verlierer“

PORTRÄT SHAHRAM AMIRI ATOMWISSENSCHAFTLER, IRAN: : „Die USA sind eindeutig der Verlierer“

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Auf den ersten Blick hat der Agententhriller alle Zugaben des Kalten Krieges. Mysteriöse Botschaften, eine Entführung um die halbe Welt, der Verrat hochgeheimer Atomdetails, am Ende eine dramatische Flucht aus den Klauen des Feindes. Montagabend nun ging die dubiose Odyssee des iranischen Atomwissenschaftlers Shahram Amiri erst einmal zu Ende. Nach Angaben aus Teheran hält er sich seither in der pakistanischen Botschaft in Washington D.C. auf, die die Islamische Republik in den USA vertritt. „So Gott will, werde ich in den nächsten Tagen in mein geliebtes Land, den Iran, zurückkehren“, ließ er seine Familie wissen und titulierte die USA als „eindeutigen Verlierer in dieser Entführungssaga“.

Folgt man seinen Angaben, wurde er im Juni 2009 auf einer Pilgerreise nach Mekka unter Drogen gesetzt, in ein Flugzeug gezwungen und gegen seinen Willen in die Vereinigten Staaten gebracht. Der US-Fernsehsender ABC dagegen enthüllte im März, der angeblich Entführte sei in Wirklichkeit übergelaufen und arbeite intensiv mit der CIA zusammen – eine Behauptung, die die US-Regierung umgehend dementierte.

Drei Monate brauchte die iranische Seite, bis sie zum Gegenangriff überging. Anfang Juni strahlte Teheran ein Video aus, in dem ein Mann mit Kopfhörer beteuerte, er sei vom US-Geheimdienst durch Folter gezwungen worden, sich als Überläufer auszugeben und lebe jetzt in Tuscon, Arizona. Drei Wochen später folgte ein weiteres Video, auf dem der Mann mit gehetzter Stimme mitteilte, er sei „vor wenigen Minuten aus den Händen der Agenten des amerikanischen Geheimdienstes“ entkommen und halte sich jetzt in Virginia auf.

Für Experten wie den iranisch-amerikanischen Publizisten Reza Aslan könnte die mögliche Entführung von Shahram Amiri Teil des CIA-Programms „Brain Drain“ sein, das der US-Geheimdienst seit 2005 unterhält. Ziel ist es, das iranische Atomprogramm zu sabotieren, indem man wichtige Funktionäre und Forscher überzeugt, überzulaufen und ihr Wissen preiszugeben. Der bisher größte Erfolg war die Anwerbung des früheren Verteidigungsministers Ali-Reza Asgari, der in westlichen Agentenkreisen mittlerweile als „Goldgrube“ gilt. Der General der Revolutionären Garden verschwand vor drei Jahren während einer Türkeireise und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht. Aber die Gerüchte, dass er mittlerweile in den USA lebt, wollen nicht verstummen. Martin Gehlen

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