• PORTRÄT THIBAULT DE MONTBRIAL ANWALT DER DSK-GEGNERIN:: „Ich untersuche, ob es andere Opfer gibt“

PORTRÄT THIBAULT DE MONTBRIAL ANWALT DER DSK-GEGNERIN: : „Ich untersuche, ob es andere Opfer gibt“

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Der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss- Kahn, muss sich möglicherweise auf weitere unangenehme Enthüllungen aus seinem Privatleben einstellen. Das New Yorker Zimmermädchen Nafissatou Diallo hat jetzt auch einen französischen Anwalt. Thibault de Montbrial, der sehr gut Englisch spricht, wurde von dem New Yorker Anwalt Kenneth Thompson eingesetzt, um in der Vergangenheit des Sozialisten, „DSK“ genannt, in Frankreich zu forschen. Dem am 14. Mai in New York Festgenommenen wird sexuelle Aggression vorgeworfen.

„Ich werde untersuchen, ob es andere Opfer von Dominique Strauss-Kahn in Frankreich gibt.“ Er sei der offizielle Vertreter des New Yorker Anwalts Thompson in Frankreich. Thompson hatte betroffene Frauen in Frankreich dazu aufgerufen, auszusagen. Der 42-jährige de Montbrial soll mit diesen Frauen sprechen. Nachdem bekannt wurde, dass er gegen DSK ermittelt, bekam er schon mehrere Drohbriefe.

De Montbrial, Sohn eines Wirtschaftswissenschaftlers, hat schon in zahlreichen Vergewaltigungsprozessen gearbeitet. Aber darüber hinaus ist er auch in politischen Kreisen bekannt. Kürzlich verteidigte er einen Angestellten in der Renault-Spionageaffäre. Matthieu Tenenbaum wurde entlassen, weil ihm Spionage vorgeworfen wurde. Montbrial erreichte, dass er wieder eingestellt werden musste, weil die Vorwürfe unbegründet waren. Außerdem verteidigt er Sylvie Uderzo gegen ihren Vater, den Asterix-Erfinder Albert Uderzo. Sie reichte eine Klage gegen unbekannt ein, weil sie ihren Vater von seinen Vertrauten ausgenutzt sieht. Auch in der Clearstream-Affäre um angebliche Schwarzgeldkonten, die bis in höchste politische Kreise zu Ex-Premierminister Dominique de Villepin reichte, war er anwaltlich aktiv.

Der Franzose mit der randlosen Brille und den hochstehenden braunen Haaren ist äußerst vielseitig und gilt als unerschrocken. Seine eigene Kanzlei hat er 1998 in Paris eröffnet und sich schnell durch seine Hartnäckigkeit einen Namen gemacht. Der begeisterte Kampfsportler, Fußballfan und ehemalige Fallschirmspringer, hat auch schon als Anwalt im Sport gearbeitet, unter anderem in Dopingaffären. Im Oktober 2010 soll er sogar Todesdrohungen bekommen haben, weil er Opfer des tunesischen Clans von Ben Ali verteidigte. „Er ist sehr mutig und sehr gut in seiner Analyse“, sagte eine seiner Mitarbeiterinnen. Tanja Kuchenbecker

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