Porträt US-Radiomoderator : "Hillary muss Obama blutig schlagen"

US-Radiomoderator im Porträt: Mit der "Operation Chaos" und seinen Zuhörern versucht Rush Limbaugh, die Wahl für die Republikaner zu entscheiden.

Christoph von Marschall

Er nennt es Operation Chaos. Er hat drei Millionen Zuhörer. Sie lassen sich Tag für Tag von Rush Limbaugh die Welt erklären. Es sind treue Wähler der Republikaner.

Was der 57-jährige Eiferer seit Anfang März über seine Radioshows verbreitet, klang da zunächst erklärungsbedürftig: Seine ultrakonservativen Hörer sollten, bitte, an den Vorwahlen der Demokraten teilnehmen und für Hillary Clinton stimmen. Die war bis dato eine Hassfigur für die Limbaugh- Gemeinde. Bei den Republikanern war John McCain bereits der Kandidat: ein Mann, den Limbaugh als viel zu moderat empfindet.

„Wir müssen Chaos bei den Demokraten verbreiten“, erläutert Limbaugh. Barack Obama werde am Ende der Kandidat der Demokraten. Sein Angebot der nationalen Versöhnung sei eine ernste Gefahr für die Konservativen. „Niemand hasst Obama. Er muss blutig geschlagen werden.“ Das dürfe aber nicht das Werk der Rechten sein, weil das ihre Siegchancen mindere. „Hillary muss diejenige sein, die Obama ausblutet. Das halbe Land hasst sie schon heute.“ Verstehen Sie die Strategie, fragt er eine zugeschaltete Hörerin. Die ist begeistert: „Ja, wir halten Clinton im Rennen, damit die sich gegenseitig die Augen auskratzen.“

Die meisten Vorwahlen sind offen für alle Bürger. Ob Republikaner sich wirklich in Massen an der Operation Chaos beteiligen, ist unklar. Christoph von Marschall

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