PORTRÄT : Valery Giscard d`Estaing: „Mein Kopf stand in Flammen“

Valery Giscard d`Estaing hat einen Roman geschrieben. Darin verliebt sich ein französischer Präsident in eine britische Prinzession, die wirkt, als sei sie Lady Di. Das ganze klingt so, als habe er die Geschichte selbst erlebt.

Hans-Hagen Bremer
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Foto: dpadpa

Die Franzosen schütteln den Kopf, die Briten wundern sich wieder einmal über die Frenchies, und beide können es nicht glauben, was da, schön verpackt in zwei Buchdeckeln, als Gerücht die Gemüter in Paris und London heimsucht: eine Liebesgeschichte zwischen der auf tragische Weise ums Leben gekommenen Prinzessin Diana und dem ehemaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing?

„Ridicule“ – „ridiculous“ klingt es da sofort diesseits und jenseits des Ärmelkanals. Aber es ist der 83-jährige Altpräsident selbst, der die Spekulationen über eine eventuelle Affäre mit Lady Di mit einem neuen Buch ausgelöst hat. In dem Roman „La Princesse et le Président“ (Die Prinzessin und der Präsident), der nächste Woche erscheint, über den „Le Figaro“ aber bereits eine ausführliche Besprechung veröffentlichte, erzählt der Ex-Staatsmann, der von 1974 bis 1981 Frankreich regierte, in Ich- Form eine Romanze, die sich so liest, als habe er sie selbst erlebt.

Der Präsident in dem Roman heißt Jacques-Henri Lambertye, und die Prinzessin Patricia, genauer Prinzessin von Cardiff, „einer Stadt in Wales“, wie der Autor hervorhebt. Sie begegnen sich erstmals bei einem Dinner zum Abschluss eines Gipfeltreffens der G 7 im Buckinghampalast in London. Der Präsident küsst ihr die Hand, dann trifft ihn der Blick ihrer Augen. Und um den Herrn über die Force de frappe ist es geschehen. „Mein Kopf stand in Flammen und mein Herz zitterte“, lässt Giscard seinen Helden sagen, als er in den Elysee-Palast zurückkehrt.

Die Zwänge des Protokolls und die Vorsicht vor den allgegenwärtigen Paparazzi erschweren die Fortsetzung der Romanze. Doch die Prinzessin, die von ihrem Gemahl zehn Tage vor der Hochzeit über die Existenz einer Mätresse informiert worden war, und der verwitwete Präsident finden immer wieder zu diskreten Rendezvous zusammen.

Fantasiegeschichten? Bekenntnisse eines Schürzenjägers, der im Alter von 83 Jahren die Welt wissen lassen möchte, dass er mehr vollbracht hat als den Text einer Verfassung für Europa? Giscard ist für seine Galanterien bekannt. Auch Lady Di hat er mal mit seinem Charme besprüht. Das war 1994, bei einem Galaabend für das Jahr des Kindes in der Königlichen Oper von Versailles, zu dem seine Frau Aymone eingeladen hatte. Die handelnden Personen bei diesem Fest waren nicht frei erfunden.

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