PORTRÄT VERONA POOTH, SELBSTDARSTELLERIN : ''Ich fühle mich so verletzt!''

Verona Pooth hatte zuletzt nicht den wirklich durchschlagenden Erfolg: Selbst alte Fans werden erst anlässlich des Rauswurfs gemerkt haben, dass sie für die RTL-II-Serie "Engel im Einsatz“ tätig war. Der Grund für die Aufkündigung der Zusammenarbeit aber schmeckt nach Sippenhaft.

Bernd Matthies

Es ist kaum zu leugnen, dass Verona Pooth schon bessere Zeiten erlebt hat, und das vor allem damals, als sie noch Feldbusch hieß. Sie füllte die Rolle der schönen Naiven, die ihr auf den Leib geschrieben war, mit so viel Verve aus, dass sie mit Peter Ustinov für die Expo, mit Harald Schmidt für Karstadt und mit sich selbst für die Telefonauskunft werben durfte: „Da werden Sie geholfen“ ist nicht einfach nur als Spruch zur Ikone erstarrt – der Satz funktioniert nur überhaupt mit ihr. Und immer blieb irgendwie offen, ob die Kurzzeit-Gemahlin von Dieter Bohlen nun wirklich beschränkt war oder das nur so perfekt spielte; sagen wir, dass sie ihr Potenzial bemerkenswert ausgeschöpft hat.

Seit der Heirat mit dem notorischen Hallodri Franjo Pooth ging es langsam bergab – Zufall, mag sein. Denn bestimmte festgelegte Rollenmodelle tragen in der Werbung nicht lange, und die zur Moderatorin gewendete Verona Pooth hatte nicht den wirklich durchschlagenden Erfolg: Selbst alte Fans werden erst anlässlich des Rauswurfs gemerkt haben, dass sie zuletzt für die RTL-II-Serie „Engel im Einsatz“ tätig war.

Der Grund für die Aufkündigung der Zusammenarbeit durch den Sender aber schmeckt nach Sippenhaft: Durch die Insolvenz- Affäre ihres Mannes habe ihr Einsatz für sozial schwache Menschen „an Glaubwürdigkeit verloren“, sie werde „von den Zuschauern kritisch beobachtet“. Dass sie über diese von RTL-II-Programmchef Axel Kühn selbst in die Öffentlichkeit getragene Nachricht erbost ist, klingt verständlich. „Ich fühle mich so verletzt“, sagte sie der Boulevardpresse und teilte mit, sie habe sich mit dem Sender schon im Februar darauf geeinigt, dass es mit ihr keine weitere Staffel der Serie geben werde.

„An Glaubwürdigkeit verloren“ – das klingt, als sei sie soeben als „Tagesthemen“-Moderatorin der ARD abgesetzt worden. Dass Glaubwürdigkeit auch ein entscheidender Faktor für ohnehin weggesendete Formate wie „Engel in Not“ ist, darf man eher als Neuigkeit werten. Vor allem: Wenn eine mutmaßliche Millionärin als Sozial-Engel glaubwürdig ist, kann der wirtschaftliche Absturz ihres Mannes diese soziale Kompetenz doch im Grunde nur stärken, nicht wahr?

Das Nachtreten des Programmchefs jedenfalls hat weniger dem Informationsinteresse der Fernsehzuschauer gedient als der Selbstdarstellung des Senders. Dafür ist Verona Pooth offenbar gerade noch gut genug.Bernd Matthies

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