Meinung : Postfaschisten und Demokraten

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Ein paar Rücktritte in nur einem Regierungsjahr hat Rom nun schon hinter sich, und noch jeder sagte am meisten aus über die moralische Verfassung derjenigen, die blieben: Außenminister Ruggiero verließ sein - bis heute kopfloses - Ministerium wegen der vulgären antieuropäischen Tiraden der Lega Nord. Sgarbi, der starke Mann im Kulturministerium, trat zurück, weil seine Regierung Italiens Palazzi und Denkmäler verleasen und verscherbeln wollte. Dazwischen ein Justizstaatssekretär, der zufällig auch Rechtsanwalt in den Korruptionsprozessen des Chefs war. Und nun Scajola, der Innenminister. Berlusconi hat ihn bis zuletzt halten wollen, obwohl er einen bemerkenswerten Mangel sowohl an Anstand als auch an politischem Instinkt zeigte, als er den ermordeten Regierungsberater Biagi vor Journalisten (!) einen nervtötenden Pöstchenjäger nannte. Dasselbe Denken, das alle anderen Rücktritte enthüllten: Wir sind gewählt, also gehört der Staat uns, die Pfründen auch - wir machen, was wir wollen. Die Notbremse zog diesmal Berlusconis Partner Fini. Sind in dieser Regierung die Postfaschisten die einzigen mit einem demokratischen Begriff vom Staat? ade

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