Postfilialen : Porto zahlt Empfänger

Es war die gute, alte Zeit. Man schrieb einen Brief, klebte das Kuvert zu, adressierte ihn und machte sich auf den Weg zum Postamt. Briefmarke holen, anlecken, draufkleben, fertig. Diese Zeit ist vorbei. Mails brauchen keine Briefmarken, und Postämter gibt es schon lange nicht mehr. Gott sei Dank! Denn so schön war es damals auch wieder nicht. Die Bundespost kannte keine Kunden, sondern nur Bittsteller. Ein neues Telefon zu beantragen, ein Telegramm aufzugeben oder ein Paket zu verschicken, war gar nicht so einfach. Jetzt sollen auch die letzten Postfilialen verschwinden, und auch dieser Schritt ist gut und folgerichtig. Denn es liegt in der Logik der Privatisierung, dass die Deutsche Post heute ein börsennotierter Logistikkonzern ist, der sein Geld in aller Welt verdient. Wer wirklich noch eine Briefmarke braucht, soll sie im Supermarkt, am Kiosk an der Ecke oder sonstwo kaufen. Auch die Royal Mail in Großbritannien geht diesen Weg. Der Kunde kann dabei nur gewinnen, denn der Einzelhandel hat längere Öffnungszeiten als das Postamt von einst. Sentimentalität ist nicht angesagt. Dass niemand mehr Briefe schreibt, ist schade. Aber die Schuld der Post ist es nicht. tja

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