Preis für Cohn-Bendit : Peinliche Erfahrung

Von Daniel Cohn-Bendit, dem einstigen Grenzgängersponti, ist bekannt, dass er ein vernunftbegabter Europapolitiker geworden ist, der sich gewiss nie an Kindern vergreifen würde; bekannt ist allerdings seit vielen Jahren auch, dass es eine Publikation von ihm gibt, die in beiderlei Hinsicht das Gegenteil nahelegt. Charismatiker der er ist, hat sein Glanz darüber immer hinwegstrahlen können. Nun, da der Ex-Revolutionär mit dem Empfang von Demokratiepreisen in bürgerlichsten Sphären angekommen ist, wird der Schein offenbar schwächer. Verantwortlich dafür ist auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, der mit seiner Festrede-Absage ein Zeichen setzt. Es hätte schließlich diskretere Wege gegeben, sich einer unlieb gewordenen Pflicht zu entledigen. Aber nein, Andreas Voßkuhle sagt deutlich, er wolle jeden Anschein vermeiden, Cohn-Bendits verwirrte Sexualpädagogik von damals zu billigen. Und wirft der Theodor-Heuss-Stiftung vor, mit ihrer Ehrung eben dieses zu tun. Nun stehen Geehrter und Ehrende etwas ratlos da. Denn die anderen Redner haben die Aufgabe, sich über derart kleinliche Bedenken hinwegzusetzen. Und dort reden will auch die Bundesjustizministerin. Peinlicher als Cohn-Bendits aufgeschriebene Erziehererfahrung kann es nicht werden. neu

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