Preissteigerung : Importierte Inflation

Eigentlich müsste die Europäische Zentralbank mit einer Zinserhöhung gegen die Inflation vorgehen. Doch die Krisen in Griechenland, Irland und anderswo verhindern das.

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Das Leben wird teurer. Heizöl und Benzin, Strom und Gas heizen in diesen Monaten die Inflation ganz besonders an. Im Januar stiegen die Preise insgesamt um 1,9 Prozent – das ist noch kein Drama, aber ein Trend: Die Inflation kommt zurück. Weil Rohstoffe teurer werden; weil die Förderung von Ökoenergie den Strompreis treibt; weil Spekulanten mit Lebensmitteln zocken und weil der schwache Euro überhaupt die Einfuhren von Waren verteuert, die in Dollar bezahlt werden. Die Ökonomen sprechen von importierter Inflation.

In der Tat sind die Verhältnisse im Inland noch keine Gefahr für die Preise: Auch 2011 werden die Tarifabschlüsse moderat ausfallen, so dass es keine Beschleunigung der Lohn-Preis-Spirale gibt. Das muss nicht so bleiben. Die deutsche Konjunktur bleibt nach einem rasanten Wachstum 2010 in diesem Jahr auf Kurs, und eigentlich müsste die EZB mit einer Zinserhöhung das Geld teurer machen, um gegen die Inflation vorzubeugen. Das geht aber nicht, wegen der Krise in Griechenland, Irland et cetera. So profitieren wir heute mit niedrigen Zinsen vom Euro und der Euro-Krise. Und müssen uns morgen auf deutlich höhere Preise einstellen.

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