Privatpatienten zahlen mehr : Teure Privilegien

Die privaten Krankenversicherungen wollen die Kosten bei den Ärzten drücken. Die werden dann vermutlich die Leistungen für ihre Kunden einschränken

Heike Jahberg

Früh gefreit, hat spät bereut. Was für manche Ehe gilt, hat auch in der privaten Krankenversicherung Gültigkeit. Viele Gutverdiener treten in jungen Jahren der privaten Versicherung bei. Sie bekommen bessere Leistungen als Kassenpatienten und zahlen weniger. Doch das bleibt nicht so. Die Prämien steigen Jahr für Jahr. Viele ältere Versicherte können sie eines Tages nicht mehr bezahlen. Doch eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung gibt es für sie nicht – einmal privat, immer privat. Im nächsten Jahr langen die Privatversicherer wieder einmal kräftig zu. Das ist der Preis dafür, dass sie Ärzten und Kliniken deutlich höhere Honorare zahlen als es die gesetzlichen Kassen tun. Nun steuern die privaten Versicherer gegen. Sie wollen eigene Gebührenverhandlungen mit den Ärzten, um so die Kosten zu drücken. Doch das ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn die Ärzte an den Privatpatienten weniger verdienen, dürfte auch mit den Privilegien Schluss sein: Schnelle Termine, teure Untersuchungen ohne Wartezeit – dieser Luxus wird mit den höheren Honoraren erkauft. Wenn die nicht mehr fließen, sind privat Versicherte auch nicht besser dran als Kassenpatienten.

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