Meinung : Prost aufs neue Jahr

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Lange nichts mehr gehört vom Ende der Bescheidenheit. Das liegt nicht nur daran, dass Klaus Zwickel, der mit dem Spruch vor vielen Jahren die IG-Metaller mobilisierte, schon eine Weile in Rente ist. In Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und permanenter Angst vor der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Polen, der Ukraine oder China, sind die Durchsetzungschancen für Lohnerhöhungen schlecht. Deshalb wundert es kaum, dass die Kaufkraft der Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren auf der Stelle trat – und gleichzeitig nicht nur die Unternehmensgewinne deutlich gestiegen, sondern auch die Lohnstückkosten der Firmen gesunken sind. Die Zeiten haben sich also geändert: Die Konjunktur läuft, die Ertragssituation der Firmen ist gut, weil sie wettbewerbsfähiger sind; die Arbeitslosigkeit sinkt und in manchen Branchen wird schon sehr mühsam nach Arbeitskräften gesucht. In dieser Kulisse findet die Tarifrunde 2007 statt. Zwar verunsichert die Mehrwertsteuererhöhungen auch die Gewerkschaften. Doch im Zweifel treibt sie die Tarifforderung noch weiter in die Höhe. Die Arbeitgeber können sich schon mal drauf einstellen: 2007 wird teuer. alf

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