Meinung : Provokation

„Adoptiert alleinerziehende Mütter!“

von Henryk M. Broder vom 26. August

Wer eine Meinung vertritt, sollte dafür Argumente und vielleicht sogar ein paar Fakten zur Hand haben, um diese zu unterstützen. Dieser Text ist dagegen eine einzige Ansammlung selbstgefälliger Ressentiments. Sich mit diesen inhaltlich auseinanderzusetzen wäre schon zu viel der Aufmerksamkeit für ein so hingeschludertes pseudo-originelles Eitelkeits-Konglomerat.

Dass der Tagesspiegel sich dafür als Plattform hergibt – zumal auf der Kommentarseite, die eine Art Aushängeschild einer sich als seriös verstehenden Tageszeitung ist –, finde ich ziemlich entsetzlich. Ja, Sie werden damit viele Reaktionen auslösen, weil der einzige Zweck, den dieser Text erfüllt, die Provokation ist. Doch es ist Provokation um ihrer selbst willen; erkenntnisfördernd (oder gar: die Verständigung über verschiedene „Positionen“ voranbringend) sind solche Skandalisierungsspielchen ganz sicher nicht, sondern eine Art von geistigem Sensationsjournalismus, der die schlechten Seiten der „Bild“-Zeitung auf armselige Weise imitiert.

Julia Baumgart, Berlin-Mitte

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