Meinung : Putsch gegen die Wirklichkeit

DIE PHILIPPINEN NACH DER MEUTEREI

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Am Tag nach der Meuterei philippinischer Jungoffiziere hat Präsidentin Arroyo eine Reform der Polizei und Friedensgespräche mit den Rebellen versprochen. Das eine, den Kampf gegen die Korruption, hatten die Putschisten verlangt. Das andere, eine gemäßigte Linie gegenüber den Islamisten, hatten die Aufständischen aus der Armee gegeißelt. Arroyo selbst, so deren Argument, inszeniere den moslemischen Terror, um Hilfe aus Washington zu erhalten. Einen Tag nach der Meuterei in Manila bleibt als Lehre: Mehrere Staaten Südostasiens sind labil. Thailand, Indonesien, Philippinen – die Demokraten, die auf die Autokraten folgten, haben es nicht leicht. Die Armut bleibt, die Korruption in fast allen Bereichen der Gesellschaft auch. Wenn der Druck von außen wächst, bringt das die jeweiligen Regierungen an den Rand des Kollapses. Der Kampf gegen den Terror, den die USA verlangen, ist dieser Druck. Nur im Ansatz können Manila oder Jakarta leisten, was verlangt wird. In Bangkok war es der Krieg gegen die Drogen, der weniger die Stärke als die Schwäche des Rechtsstaats bewies. Und nun? Arroyo, die die Macht nach dem Putsch gegen ihren Vorgänger erbte, ist nicht aus dem Schneider. Sie steht mitten in einem VielFronten-Krieg. Mit ungewissem Ausgang.rvr

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