Meinung : Rabatt für Eichel

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Es wird uns was fehlen, wenn die Bundesregierung Rabattverkäufe zu jeder Jahreszeit erlaubt. Kein Massenansturm mehr auf Wühltische, aber auch kein Schnupfen mehr, nur weil der Kauf eines Wintermantels bis Mitte Januar hinausgeschoben wurde. Fast genieren wir uns ein wenig für die Freude an dieser verbraucherpolitischen Revolution – trifft das denn nicht wieder den armen, gebeutelten Handel? Fallen nicht womöglich massenhaft Arbeitsplätze in der AbmahnBranche weg, die von solchen Entscheidungen ja stets besonders getroffen wird? Die Motive der Bundesregierung mögen also undurchsichtig sein, aber nur, sofern man nicht die neuen Geheimpläne des Bundesfinanzministeriums kennt. Warum – so fragt man sich dort – soll das Prinzip des geldwerten Vorteils nur für Dienstwagen und Bonusmeilen gelten und nicht auch für Socken und Baumwollunterhosen? „Das macht siebzehnfuffzig“, heißt es deshalb künftig, „und dann kommen noch drei Euro Rabattsteuer drauf.“ So profitiert der Fiskus künftig von jedem Schnäppchen, und die wahren Asozialen erkennen wir dann daran, dass sie den vollen Preis bezahlen. Sie glauben das nicht? Ach: Unsere Steuereintreiber werden noch viel Kreativität zeigen.

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