Meinung : Rabiat für Rabatt

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Nie war Schlussverkauf spannender als in diesem Jahr. Nachdem C & A zum Jahresanfang mit seinen Euro-Rabatten die Branche aufgeschreckt hatte, hat die Konkurrenz jetzt nachgezogen. Mit einem wahren Feuerwerk an Rabatt-Ideen haben die Großen wie Karstadt und Kaufhof nicht nur den Kunden wahre Preisknüller beschert, sondern dem geltenden Wettbewerbsrecht gezielte Fußtritte versetzt. Denn noch setzt der ungeliebte Rabatt- und Schlussverkaufsparagraph im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb der Fantasie des Handels enge Grenzen, doch nicht mehr lange. Denn der starken Allianz aus Anbietern und Verbrauchern kann sich die Regierung nicht länger widersetzen. Seitdem das Verbraucherschutzministerium nun auch die Bundesjustizministerin auf Kurs gebracht hat, dürfte einer schnellen Reform nichts mehr im Wege stehen. Zu Recht. Denn längst macht im Handel jeder, was er will. Das Nachsehen haben die kleinen Anbieter, denen Kraft und Finanzstärke für spektakuläre Rabatt-Aktionen fehlen. Wer ihnen helfen will, muss schnell handeln - und bedacht zugleich. Denn ganz ohne Regeln geht es nicht. Nur: Sie müssen zeitgemäß sein. Die Zeiten, in denen der Staat den unmündigen Verbraucher vor den bösen Händlern beschützen musste, sind vorbei: Der Kunde ist ein König.

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