Meinung : Raubtierkapitalismus

„Die Rückkehr der Regulierer“

vom 12. November

Acht Euro fünfzig Mindestlohn als großes Risiko von Sozialromantikern zu bezeichnen und als Jobkiller anzuprangern, ist, wie Herr Brönstrup schreibt, Raubtierkapitalismus. Die Agenda 2010 habe ich unterstützt. In meine Vorstellungswelt passten keine Arbeitgeber, die mit Dumpinglöhnen, Werks- und Zeitverträgen, Kettenverträge für geringfügige Beschäftigungen, Zeitarbeitsfirmen und sog. Ein-Euro-Jobs die Agenda 2010 unterlaufen. Wenn zurzeit etwa 2,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik ohne Arbeit sind, zu behaupten 8,50 Euro Mindestlohn verhindert, dass gerade diese Arbeitssuchenden Arbeit finden, widerlegt sich selbst.

In unserem Land wird die geringe Geburtenrate beklagt. Eine junge Frau erlebt, wie ihrer Kollegin ein Arbeitsvertrag jedes Halbjahr verlängert wird, bei Schwangerschaft aber nicht. Als junge Mutter gibt es auch keine Arbeitsmöglichkeit, ergo bleibt sie kinderlos.

Gewinne der Unternehmer kommen aufs Konto, nach Möglichkeit am Fiskus vorbei. Das soziale Netzwerk sollen die Sozialromantiker mit ihren Steuern bezahlen.

Norbert Wittke, Berlin-Schmargendorf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben