Meinung : Raus wunder Punkt

BUNDESPRÄSIDENT KRITISIERT MANAGER

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Der Bundespräsident hat ein bewegendes Thema entdeckt. Johannes Rau kritisiert Managergehälter in Millionenhöhe als unangemessen, rügt üppige Abfindungen gescheiterter Vorstände, fragt nach der sozialen Verantwortung der deutschen Wirtschaftselite. Spät, aber eben nicht zu spät, ist das Staatsoberhaupt damit auf einen Zug aufgesprungen, der langsam an Tempo gewinnt. Der jetzt vor allem in die richtige Richtung fährt. Denn die Debatte um die Leistungsfähigkeit deutscher Manager und deren angemessene Entlohnung litt anfangs zu sehr darunter, dass Arbeiter oder Angestellte ihr – vergleichsweise bescheidenes – Einkommen im Relation zu dem eines Topmanagers stellten, der die Verantwortung für 300 000 Mitarbeiter trägt. Das konnte nicht gut gehen. Jetzt geht es um die Ausreißer, die trotz miserabler Leistung kräftig verdienen. Jetzt geht es um die Frage, ob unternehmerischer Misserfolg auch spürbar Folgen für den Verursacher hat. Rau hält sich damit jedoch nicht auf. Der Bundespräsident stellt sich die Frage, ob die Abkassierer, auch wenn es nur einige sind, eine ganze Branche in Misskredit bringen. Rau hat damit die Finger auf den wunden Punkt gelegt. Erst wenn die Debatte sachlich und offen ist, werden sich die Manager auch in die Karten sehen lassen. Und erst dann kann ihre Leistung fair beurteilt werden.fo

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