Razzia bei Facebook-Nutzern : Polizisten sind keine Erzieher

Die Berliner Polizei hat Internet-Hetzern die Computer weggenommen. Das ist der falsche Weg. Ein Kommentar

Werner van Bebber
Schmuddelig: Auf Facebook lassen brave Bürger den Troll raus.
Schmuddelig: Auf Facebook lassen brave Bürger den Troll raus.Foto: Christoph Dernbach/dpa

Die Guten sind die, die sich in sozialen und in asozialen Netzwerken ziviler Umgangsformen bedienen. Sprich: Die so über andere texten, wie sie es in Bezug auf sich selbst richtig, zumindest erträglich fänden. Dass das viel verlangt ist, weiß man nicht erst durch Pegida. In Berlin wetteifern Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Innensenator Frank Henkel (CDU) darum, wer im Vergleich mit den Guten der Bessere ist. Der Berliner Staatsschutz hat zehn rechten Hasspredigern die Computer weggenommen.

Henkel lobte die Razzia: Sie zeige, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sei. Damit gibt er in Sachen Hass und Hetze den besseren Maas. Der hatte vor Wochen ein ernstes Gespräch mit einem Facebook-Oberen geführt und eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Man wird den Eindruck nicht los, dass es beiden um ihr Profil und die Anerkennung der gesellschaftlichen Mitte geht, die von den Anti-Umgangsformen im Netz angewidert ist. Polizisten sind falsch eingesetzt als Polit-Erzieher für die Art Leute, die nichts Besseres zu tun hat, als im Netz zu hetzen. Die lässt man am besten im eigenen Hass schmoren, ohne Aufmerksamkeit und ohne Antwort.

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